In Gelsenkirchen hat sich am Freitag ein spannendes, ja fast schon unverhofftes Bild ergeben. Rund 200 Aktivisten haben das Gelände des Kraftwerks Scholven gestürmt. Diese Aktion passt in einen größeren Kontext, denn sie steht in direktem Zusammenhang mit dem Aktionstag des Klimacamps in Hamm. Laut Polizei ist die Lage vor Ort „ruhig“, was nicht unbedingt die Erwartungen an solche Proteste widerspiegelt. Die Aktivisten, die sich teils auf dem Boden sitzend auf dem Gelände aufhalten, scheinen fest entschlossen, ihre Botschaft zu vermitteln.
Während die Polizei mit zahlreichen Kräften im Einsatz ist, um die kritische Infrastruktur abzusichern, wird bereits geprüft, ob es zu möglichen Verstößen oder Straftaten gekommen ist. Ein interessantes Detail hierbei: Am selben Freitag gab es auch in Mülheim an der Ruhr Aktivismus, wo etwa 120 Klimaaktivisten die Zufahrt eines Stahlwerks blockierten und rund 100 Menschen Zutritt zu einem metallverarbeitenden Betrieb verschafften. Die Proteste richten sich insbesondere gegen den geplanten Ausbau neuer Gaskraftwerke, den Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) vorantreibt.
Klimacamp in Hamm und prominente Unterstützung
Das Klimacamp in Hamm, das bis Dienstag im Lippepark, einem ehemaligen Zechegelände, stattfindet, hat zudem prominente Unterstützung erhalten. Greta Thunberg, die unermüdliche Klimaaktivistin, kam am Donnerstagmittag im Camp an. Überraschenderweise sind jedoch keine offiziellen Auftritte von ihr geplant. Laut einer Sprecherin des Camps scheint der Fokus auf den Aktionen des Bündnisses „Ende Gelände“ zu liegen, das eigene Aktionen plant, um die Gasinfrastruktur in und um Hamm zu blockieren. Sie wollen Polizeisperren umgehen und betonen, dass ihre Aktionen gewaltfrei sein sollen.
Besonders brisant ist die Nähe des RWE-Kraftwerks Gersteinwerk zu dem Klimacamp. Aktivisten haben angekündigt, gegen die Energiepolitik der Bundesregierung vorzugehen, die neue Gaskraftwerke ausschreibt und bestehende erweitern möchte. Diese Mobilisierung, die seit 2022 nicht mehr in diesem Umfang stattfand, wurde von der Polizei in Dortmund zur Kenntnis genommen. Ein Großeinsatz wurde angekündigt, um gegen Störaktionen an kritischer Infrastruktur konsequent vorzugehen. Sicherheitskonzepte wurden hierbei bereits mit den Kraftwerksbetreibern abgestimmt.
Geplante Großaktionen und deren Bedeutung
Das Bündnis „Ende Gelände“ ist kein Unbekannter im Bereich des zivilen Ungehorsams. Sie kündigen groß angelegte Aktionen gegen die Neubauten von Gaskraftwerken an. Die Hauptaktionen sind für Freitag geplant, wobei die genauen Details noch im Dunkeln liegen. Trotz der Ankündigung von Polizeigewalt ist die Stimmung unter den Aktivisten optimistisch. Gemeinsam wollen sie gegen Unternehmen vorgehen, die auf klimaschädliches Gas setzen. Ein Aufruf zur Massenaktion, inspiriert von früheren Blockadeaktionen in Braunkohlegruben, schwirrt durch die Bewegung.
Für Samstag ist zudem eine große Kundgebung unter dem Motto „Zukunft statt Gas – Gemeinsam für die Energiewende“ angesetzt, die von Fridays for Future, BUND, Campact und Greenpeace organisiert wird. Die Erwartungen sind hoch, mit mehreren Tausend Teilnehmern wird gerechnet. Inmitten all dieser Geschehnisse bleibt abzuwarten, wie sich die Situation entwickeln wird. Die Klimabewegung ist lebendig und unüberhörbar. Es bleibt spannend! Für aktuelle Informationen und Hintergründe besuchen Sie die Artikel auf stern.de, wdr.de und sueddeutsche.de.
