In der Stadt Herne, genauer gesagt in Wanne-Eickel, hat die Polizei am Donnerstagabend, den 14. Mai, einen bemerkenswerten Fahndungserfolg erzielt. Zwei Frauen, im Alter von 36 und 45 Jahren, wurden nach einem Wohnungseinbruch festgenommen. Die Festnahmen fanden am Scharpwinkelring statt, wo die Tatverdächtigen im Rahmen intensiver Fahndungsmaßnahmen gefasst wurden. Ein 43-jähriger Mann, dessen Wohnung Ziel des Einbruchs war, wurde um 18.30 Uhr durch ein Überwachungssystem alarmiert. Zu diesem Zeitpunkt war er nicht zu Hause, was die Situation noch dramatischer machte. Sofort alarmierte er den Polizeinotruf 110 und die Ermittlungen nahmen ihren Lauf.
Die Kriminalpolizei hat die weiteren Ermittlungen übernommen, und die beiden Frauen sollen einem Haftrichter vorgeführt werden. Es ist ein weiterer Fall in einer Reihe von Wohnungseinbrüchen, die das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung beeinträchtigen. Wohnungseinbruchdiebstahl ist nicht nur ein materielles, sondern auch ein emotionales Verbrechen. Opfer leiden oft unter langfristigen psychischen Problemen, die aus der Verletzung ihrer Privatsphäre und der ständigen Angst vor weiteren Einbrüchen resultieren. Dieser Aspekt wird in der Öffentlichkeit oft unterschätzt.
Einbruchszahlen im Wandel der Zeit
Die Fallzahlen für Wohnungseinbrüche in Deutschland sind in den letzten Jahren stark geschwankt. Von 113.800 Fällen im Jahr 2009 stiegen sie bis 2015 auf 167.136. Doch ab 2016 setzte ein kontinuierlicher Rückgang ein, der bis 2021 auf 54.235 Fälle fiel. Diese positive Entwicklung wurde durch präventive Maßnahmen und repressive Polizeiarbeit gefördert. Die COVID-19-Pandemie hatte sicher auch ihren Einfluss – Home-Office und strenge Grenzkontrollen könnten dazu beigetragen haben, dass viele Menschen mehr zu Hause waren.
Allerdings haben die Zahlen im Jahr 2022 wieder angezogen, auf 65.908 Fälle, und auch 2023 stiegen sie auf 77.819. Dies bleibt jedoch unter dem Niveau von 2019, als 87.145 Einbrüche verzeichnet wurden. Interessanterweise zeigt sich ein Anstieg der Versuchsanteile beim Wohnungseinbruchdiebstahl, der von 28,3 % im Jahr 1993 auf 46,3 % im Jahr 2023 gestiegen ist. Das lässt darauf schließen, dass viele Einbrüche durch bessere Sicherungstechnik abgewehrt werden konnten. Es ist eine gruselige Vorstellung, dass die Täter überwiegend deutsche Staatsangehörige sind, oft polizeibekannt und häufig aus älteren Gewohnheitstätern, Jugendbanden oder Drogenkonsumenten bestehen. Aber auch internationale Banden aus Südost- und Osteuropa spielen eine Rolle.
Maßnahmen zur Bekämpfung von Einbrüchen
Die Bekämpfung von Wohnungseinbrüchen hat für die Polizei in Deutschland hohe Priorität. In vielen Landespolizeidienststellen wurden spezielle Beauftragte für Wohnungseinbrüche eingestellt, um die Zusammenarbeit zwischen den Sicherheitsbehörden zu intensivieren. Das Bundeskriminalamt (BKA) fungiert dabei als wichtiger Informationsknotenpunkt, insbesondere für die internationale Polizeizusammenarbeit mit EUROPOL und INTERPOL. Diese enge Zusammenarbeit ist nötig, um gegen die überregionalen und oft gut organisierten Täterbanden vorzugehen.
Die Sicherheitslage bleibt also angespannt. Einbrüche können durch richtiges Verhalten, geeignete Sicherungstechnik und aufmerksame Nachbarn verhindert werden. Die Dunkelfeldstudie „Sicherheit und Kriminalität in Deutschland – SKiD 2024“ zeigt, dass 28,6 % der Bevölkerung stark beunruhigt sind über mögliche Wohnungseinbrüche. Das Gefühl der Unsicherheit ist also allgegenwärtig und sollte nicht unterschätzt werden. Die Zahlen für die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) für 2025 zeigen bereits einen Anstieg der Wohnungseinbrüche, was die besorgniserregende Tendenz unterstreicht.
Für den momentanen Fall in Wanne-Eickel bleibt zu hoffen, dass die Ermittlungen schnell zum Erfolg führen und die Täter zur Rechenschaft gezogen werden. Die Anwohner können sich nur wünschen, dass solche Vorfälle nicht zur Gewohnheit werden. Die Polizei hat hier einen klaren Auftrag, und die Öffentlichkeit ist gefordert, wachsam zu bleiben.