Heute ist der 16.05.2026 und in Herne brodelt es – zumindest wenn es um das Thema Hallenbad Eickel geht. Die Bürgerinitiative „Für das Hallenbad Eickel“ erhebt Vorwürfe gegen die Verwaltung und die Gutachten, die den Ratsbeschluss zum Abriss des Bades am 1. Juli 2025 untermauern. Laut den Kritikern aus der BI gibt es gravierende Mängel in der 30-Jahres-Wirtschaftlichkeitsanalyse, die durch die PROVA Unternehmensberatung GmbH erstellt wurde. Eine solche Analyse ist ja nicht gerade das, was man im Vorbeigehen macht. Die BI spricht von einer „bewussten Manipulation“ und zieht in Zweifel, ob die Zahlen so stimmen können, wie sie präsentiert wurden.
Ein zentraler Punkt der Kritik ist die Berechnung, die nicht nur fehlerhaft, sondern auch in Teilen nicht plausibel sei. Für die Sanierung des Hallenbades wurden Investitionskosten von 15.351.000 € angegeben, während für einen Neubau 16.898.000 € aufgerufen werden. Die BI hebt hervor, dass die Berechnung des Jahresfehlbetrags über 30 Jahre für die Sanierung mit -69.103.300 € und für den Neubau mit -58.618.700 € zu Buche schlägt. Das ergibt eine Differenz von 10.484.600 € zugunsten des Neubaus – und das schmeckt den Mitgliedern der Initiative ganz und gar nicht. Sie haben bereits eine Petition beim NRW-Landtag gestartet, nachdem im November 2025 das vierte Bürgerbegehren für unzulässig erklärt wurde.
Unstimmigkeiten in den Zahlen
Die Bürgerinitiative ist der festen Überzeugung, dass in der Berechnung der PROVA ein Fehler von über zehn Millionen Euro vorliegt. Besonders pikant: Frühere Machbarkeitsstudien hatten die Sanierung als kostengünstiger erachtet als einen Neubau. Plötzlich scheinen die Zahlen aus dem Gutachten eine ganz andere Sprache zu sprechen. Und das wirft Fragen auf – ist das wirklich eine objektive Analyse? Die BI kritisiert auch die unterschiedlichen Zinssätze in der Vergleichsrechnung, wo 4% für einen Neubau und 5% für die Sanierung angesetzt wurden. Das macht die Sache nicht transparenter und lässt Raum für Spekulationen.
Die Argumente der BI sind nicht von der Hand zu weisen. Die zusätzliche Belastung durch einen pauschalen Nachsanierungsbetrag von 300.000 Euro für die Sanierungsvariante wird als nicht nachvollziehbar erachtet. Außerdem könnte ein saniertes Hallenbad schneller betriebsbereit sein als ein Neubau, der ein bis zwei Jahre länger in Anspruch nehmen würde. Es ist schon ein bisschen frustrierend, wenn man bedenkt, dass das Hallenbad seit 2016 geschlossen ist. Das ist eine lange Zeit, und die Bürger von Eickel haben ein Recht darauf, dass die Stadtverwaltung die Fakten nicht ignoriert und Fehler korrigiert.
Der Weg der Bürgerinitiative
Die BI hat im April 2026 die Bürgerbeauftragte sowie den Bezirksbürgermeister über die festgestellten Fehler in den Berechnungen informiert. Ein offizieller Bürgerantrag wurde an Oberbürgermeister Dr. Frank Dudda und die Verwaltung gestellt, mit der Forderung nach einer neuen Berechnung. Auch ein vorübergehendes Aussetzen des Abriss- oder Neubauvorhabens steht zur Debatte, bis die Berechnung geklärt ist. Die Bürgerinitiative argumentiert, dass die Stadt Herne die Wirtschaftlichkeitsrechnung unabhängig überprüfen und die verwendeten Parameter offenlegen muss. Das klingt nach einem durchaus vernünftigen Vorgehen, oder nicht?
Aber eine gewisse politische Brisanz bleibt. Der Rat der Stadt Herne hatte am 1. Juli 2025 mehrheitlich für den Neubau gestimmt. Doch nun gibt es Stimmen, die auf Anhaltspunkte für eine Ergebnisverzerrung hinweisen. Natürlich sind das keine Beweise für eine absichtliche Manipulation, aber die Vorwürfe könnten weitreichende Folgen haben. Die Reaktion von Verwaltung und Politik auf die Vorwürfe der BI bleibt abzuwarten. Die Bürgerinitiative fordert, dass Fakten nicht ignoriert werden und die Stadt verpflichtet ist, ihre Fehler zu korrigieren – und das ist nicht mehr als das, was jeder Bürger erwarten sollte.
Für alle Interessierten gibt es die Möglichkeit, mehr über die Hintergründe und die Entwicklungen zu erfahren. Vielleicht gibt es bald neue Informationen, die Licht ins Dunkel bringen. So oder so bleibt das Thema Hallenbad Eickel spannend und zeigt, wie wichtig Bürgerengagement ist – auch über die Grenzen von Herne hinaus. Wer mehr wissen möchte, kann sich auf den Seiten von Hallo Herne oder Sonntagsnachrichten umsehen und auf dem Laufenden bleiben.