Im Kreis Kleve startet die Initiative Rhine Cleanup eine bedeutende Aktion gegen die Verschmutzung durch Zigarettenstummel. Vom 1. bis zum 8. Mai 2026 wird die „Kippenwoche“ ausgerufen, in deren Rahmen das Aufsammeln und Entsorgen von Zigarettenstummeln im Restmüll im Fokus steht. Diese Aktion, die auch in den Städten Emmerich und Rees stattfindet, lädt Bürgerinnen und Bürger ein, sich aktiv zu beteiligen und eigene Sammelaktionen anzumelden. Weitere Informationen sind auf der Webseite www.rhinecleanup.org zu finden.
Die KKA und der Kreis Kleve haben eigens ein Plakat sowie ein Motiv für soziale Medien entwickelt, um die Aktion zu bewerben. Unterstützt wird die Initiative von verschiedenen Kommunen im Kreis, die ebenfalls eigene Aktivitäten planen. Der Hintergrund dieser wichtigen Sammelaktionen ist alarmierend: Zigarettenstummel sind die weltweit häufigste Abfallart und enthalten gefährliche Gifte, die bis zu 60 Liter Grundwasser verunreinigen können.
Die Umweltbelastung durch Zigarettenstummel
Wie die WHO berichtet, landen jährlich rund 4,5 Billionen Zigarettenstummel in der Umwelt, was etwa 90 Prozent aller konsumierten Zigaretten entspricht. Zwei Drittel der gerauchten Zigaretten werden in der Natur entsorgt, was erhebliche Schäden für die Tier- und Pflanzenwelt verursacht. Die Filter der Zigaretten bestehen aus Plastik und Mikroplastik, die sich nur schwer aus der Umwelt entfernen lassen und im schlimmsten Fall die Gesundheit von Fischen und Vögeln gefährden können. Ein Zigarettenstummel in einem Liter Wasser kann innerhalb von nur vier Tagen die Hälfte der Fische töten.
Die Schadstoffe, die aus Zigarettenfiltern ins Grundwasser gelangen, sind ebenfalls alarmierend. Nikotin, Arsen, Blausäure und verschiedene Schwermetalle sammeln sich an und können durch Regenwasser ins Trinkwasser gelangen. Ein halbstündiger Regen kann bereits die Hälfte des Nikotins aus einem Filter auswaschen, was die Belastung von bis zu 1000 Litern Wasser erheblich steigert.
Wege zur Reduzierung von Zigarettenabfällen
Die richtige Entsorgung von Zigarettenstummeln könnte die negativen Auswirkungen auf die Umwelt erheblich mindern. Taschenaschenbecher bieten eine praktische Lösung, insbesondere wenn keine Mülleimer in der Nähe sind. Der BUND fordert von den Zigarettenherstellern, Verantwortung zu übernehmen und für Öffentlichkeitskampagnen zu den Umweltrisiken zu sorgen sowie geschlossene Aschenbecher an öffentlichen Mülleimern bereitzustellen. Die EU und die WHO sehen ebenfalls die Hersteller in der Pflicht, zur Reduzierung der Umweltauswirkungen beizutragen.
Die Tabakindustrie steht zudem unter Druck, denn die Produktion und der Konsum von Tabak verursachen jährlich rund 84 Millionen Tonnen Kohlendioxid und verbrauchen enorme Mengen Wasser. Zudem geschieht dies oft unter Einsatz hochgiftiger Pestizide und Herbizide, während jährlich etwa 3,5 Millionen Hektar Land für den Tabakanbau zerstört werden. Mit den neuen Empfehlungen der WHO zur Reduzierung von Zigarettenstummel-Abfällen und Einweg-E-Zigaretten könnte sich die Situation bald verbessern, doch es bleibt abzuwarten, welche Maßnahmen tatsächlich umgesetzt werden.
In diesem Kontext ist es wichtig, dass die Bürgerinnen und Bürger ihren Teil tun und beim nächsten Spaziergang in der Natur auch einen Blick auf die eigene Umgebung werfen. Jeder kann mithelfen, die Umwelt von Zigarettenabfällen zu befreien und so einen wertvollen Beitrag zur Erhaltung unserer Natur leisten.