Im Krefelder Zoo hat sich ein spannendes, aber auch emotionales Kapitel aufgetan. Der junge Gorilla Pepe, gerade einmal 11 Jahre alt, hat am 29. Juni 2023 den mutigen Schritt gewagt, sich von seiner Familie zu trennen. Dieser Prozess, von den Pflegenden und Forschenden genau beobachtet, verlief weitgehend unversehrt. So erklärt Petra Schwinn, die Pressesprecherin des Zoos, dass solche Abnabelungen in der freien Wildbahn oft blutiger und dramatischer verlaufen. Konkurrenzverhalten unter männlichen Jungaffen, besonders gegenüber den Vätern, nimmt mit dem Erwachsenwerden zu.

Pepe hat seine Grenzen getestet, indem er Weibchen von seinem Vater wegführte. Glücklicherweise war der Trennungsprozess friedlich, was auf die Sanftmütigkeit sowohl von Pepe als auch von seinem Vater Kidoro zurückzuführen ist. Wissenschaftler der Universität Leipzig und der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf begleiten Peppes Heranwachsen. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen auf dem Abwanderungsprozess und der Einführung in neue Gruppen. Pepe wird nun im „MenschenaffenWald“ mit zwei Schopfmangaben-Weibchen vergesellschaftet, während sein Vater und die restliche Familie im „GorillaGarten“ bleiben.

Neubau und Brandkatastrophe

Die Trennung von Pepe ist nicht nur ein persönlicher Schritt für den jungen Gorilla, sondern auch ein Teil des größeren Konzepts des Zoos. Der Neubau des „ArtenschutzZentrum AffenPark Krefeld“ wurde nach einem verheerenden Brand im Affenhaus im Jahr 2019 initiiert. Dieser Brand, der durch eine Himmelslaterne ausgelöst wurde, führte zum Tod von über 50 Tieren und hat das Zoo-Team nachhaltig geprägt. Mit dem „MenschenaffenWald“, der im Oktober 2025 eröffnet wurde, wird ein neues Kapitel aufgeschlagen, während der Orang-Utan-Bau im Frühjahr 2028 folgen soll.

Nach vier Tagen in Isolation zeigt Pepe, dass er frisst und stabil ist, aber dennoch irritiert wirkt. Diese Form der Isolation ist nicht ungewöhnlich, da sie den Tieren Zeit gibt, sich an ihre neue Umgebung zu gewöhnen. Es wird spannend sein zu beobachten, wie sich Pepe in der neuen Gruppe einfügt und welche Dynamiken sich entwickeln werden.

Wissenschaft und Forschung

Die Beobachtungen im Krefelder Zoo fließen auch in größere wissenschaftliche Studien ein. Forscher vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig untersuchen Gorillas und Schimpansen sowohl im Freiland als auch im Zoo. Ihr multidisziplinärer Ansatz umfasst ökologische sowie physiologische Daten und Verhaltensstudien. Die Erkenntnisse, die sie gewinnen, sind nicht nur von akademischem Wert, sondern auch wichtig für den Schutz der Tiere.

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Das Ziel dieser Forschungen ist es, Hinweise auf die evolutionären Ursprünge menschlicher kognitiver und sozial-kognitiver Prozesse zu gewinnen. Besonders die Beobachtungen in der Natur, etwa im Taï Nationalpark oder im Nationalpark Salonga, liefern wertvolle Informationen über das Verhalten und die sozialen Strukturen der Tiere. Diese Erkenntnisse helfen, den Lebensraum der Tiere besser zu schützen und die Bedingungen in Zoos zu optimieren.

Das Krefelder Zoo-Projekt zeigt auf beeindruckende Weise, wie Wissenschaft und Tierpflege Hand in Hand gehen. Pepe, der junge Gorilla, steht dabei nicht nur für das individuelle Schicksal eines Tieres, sondern auch für die größeren Herausforderungen, denen sich Zoos und Forscher in der heutigen Zeit gegenübersitzen. Es bleibt abzuwarten, wie sich Peppes Geschichte weiterentwickeln wird und welche neuen Erkenntnisse aus seiner Integration in die neue Gruppe gewonnen werden können.

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