In der charmanten Stadt Leverkusen, genauer gesagt an der Robert-Blum-Straße, verbirgt sich ein Ort mit einer tiefen, bewegenden Geschichte – der Jüdische Friedhof in Opladen. Er ist das einzige erhaltene Denkmal der einst blühenden jüdischen Gemeinde und erzählt von einer Zeit, die von Trauer und Verlust geprägt war. Grabsteine, die während der Judenpogrome und 1966 zerstört oder beschmiert wurden, zeugen von diesen dunklen Kapiteln. Ein Findling mit eingraviertem Text erinnert eindringlich an die jüdischen Bürger, die in der NS-Zeit (1933-1945) ihr Leben verloren haben.
1999 fand der Friedhof seinen Platz in der Denkmalliste der Stadt Leverkusen. Im vergangenen Jahr haben Freiwillige tatkräftig geholfen, das Areal wieder herzurichten. Es ist beeindruckend, wie das Engagement der Menschen dazu beiträgt, die Erinnerung an die Verstorbenen wachzuhalten. Ein besonderes Highlight wird die Führung des Bergischen Geschichtsvereins (BGV) am Sonntag, den 14. Juni, um 14 Uhr sein. Hier werden den Besuchern Vorschriften, Begräbniskultur und -gebräuche des jüdischen Friedhofswesens nähergebracht. Informationen zu einigen Familien, die auf dem Friedhof begraben sind, werden ebenfalls bereitgestellt. Männliche Besucher sollten eine Kopfbedeckung tragen – eine respektvolle Geste, die die Bedeutung dieses Ortes unterstreicht.
Einblicke in die Geschichte
Der Friedhof hat eine lange Geschichte, die bis ins Jahr 1833 zurückreicht. Damals kaufte Samuel Seckel das Grundstück an der Grenze von Opladen und Bürrig für einen Begräbnisplatz. Eröffnet wurde der geschlossene Friedhof für einen Tag im Juli 2002, und auch in den Wintermonaten 2015/16 fanden dort Beerdigungen statt. Seit März 2016 gilt der Friedhof wieder als geöffnet. Besonders bewegend sind die beiden Denkmäler, die der Bildhauer Wilhelm Völker für den jüdischen Friedhof Opladen schuf, initiiert von Oberbürgermeister Horst Henning. Diese Denkmäler erinnern an die seit 1855 bestatteten Juden und wurden aus Kalksteinen gefertigt, die aus Israel geliefert wurden.
Eine Granitstele trägt die Namen der Toten, und die Unterstützung bei der Recherche kam von der Holocaustgedenkstätte Yad Vashem. In die Kalksteine gravierte Völker den Vers Jesaja 56,5 in hebräischen und lateinischen Schriftzeichen. Diese Denkmäler sind nicht nur ein Zeichen des Gedenkens, sie sind auch Eigentum der Stadt Leverkusen und ein wichtiges Stück der Geschichte, das nicht in Vergessenheit geraten darf.
Jüdische Bestattungskultur
Die jüdische Bestattungskultur ist tief verwurzelt in der Tradition und dem Glauben, und sie spielt eine zentrale Rolle im Alltag der jüdischen Gemeinschaft. Ein Themenheft, das 2025 erscheinen wird, behandelt diese Kultur in Deutschland und thematisiert Aspekte wie Tod, Friedhöfe, Schändungen und das Gedenken. Jüdische Friedhöfe fungieren als Archive, die den Platz von Jüdinnen und Juden in der deutschen Gesellschaft dokumentieren. Sie erzählen von der Gewalt gegen jüdisches Leben und den sich wandelnden Formen des Gedenkens.
Das Heft ist für den Geschichts-, Ethik- und Gesellschaftskunde-Unterricht geeignet und bietet eine wertvolle Ressource für Projekte in Schulen. Es ist wichtig, das Wissen über jüdisches Leben und die Begängnisrituale zu verbreiten, um Unwissenheit und Fehlwahrnehmungen entgegenzuwirken – eine Aufgabe, die auch heute noch von großer Bedeutung ist.
Für alle, die mehr über den Jüdischen Friedhof in Opladen erfahren möchten, ist die Teilnahme an der Führung des BGV eine hervorragende Gelegenheit. Der Treffpunkt ist an der Robert-Blum-Straße/Ecke B8 in Opladen, und die Teilnahme ist kostenfrei, jedoch ist eine Anmeldung erforderlich. Interessierte können sich unter der E-Mail-Adresse bgv-niederwupper@t-online.de oder telefonisch unter 02171 3407801 anmelden. Das ist eine wunderbare Möglichkeit, in die Geschichte einzutauchen und ein Zeichen des Respekts und der Erinnerung zu setzen. Weitere Informationen finden Sie auch in der detaillierten Berichterstattung.
