In Nordrhein-Westfalen hat der Zoll kürzlich einen bemerkenswerten Fund gemacht: Über 40 Tonnen Basmatireis wurden sichergestellt, nachdem ein Lastwagen auf seine Ladung kontrolliert wurde. Auf den ersten Blick würde man denken, Reis ist ein unbedenkliches Lebensmittel, aber hier kam es anders. Bei der Kontrolle durch die Lebensmittelbehörde wurde nicht etwa Schimmel festgestellt, sondern eine Mineralöl-Belastung. Das klingt nicht nur unangenehm, sondern könnte auch ernsthafte gesundheitliche Folgen haben.
Mineralöle, sagen die Experten, können während des Herstellungsprozesses oder durch die Verpackung in die Lebensmittel gelangen. Das ist nicht nur eine theoretische Gefahr, denn diese Stoffe gelten als potenziell schädlich für den Menschen. Um die öffentliche Sicherheit zu gewährleisten, wurde der beschlagnahmte Reis von der Abfallwirtschaftsgesellschaft in Wuppertal unverzüglich verbrannt. Das ist ein drastischer Schritt, aber in Anbetracht der Umstände wohl notwendig. Das Ganze erinnert uns daran, wie wichtig es ist, bei Lebensmitteln wachsam zu bleiben.
Die Problematik von Mineralöl in Lebensmitteln
Die Diskussion über die Gefährlichkeit von Mineralölbestandteilen zieht sich schon seit vielen Jahren hin. Ein besonders kritischer Punkt ist, dass es keine gesetzlich festgelegten Grenzwerte für Mineralölbelastungen in Lebensmitteln gibt. Das bedeutet, dass die Verbraucher im Dunkeln tappen, wenn es um die Sicherheit der Nahrungsmittel geht, die sie konsumieren. Mineralöle finden sich nicht nur in Reis, sondern auch in Nudeln, Schokolade, Speiseölen, und sogar in Kosmetika. Das macht die Situation noch besorgniserregender.
Besonders alarmierend sind die aromatischen Mineralölverbindungen (MOAH), die in Lebensmitteln nachgewiesen werden können. Diese könnten sogar krebserregend sein, insbesondere wenn sie aus mehr als zwei Ringsystemen bestehen. Die Behörden, darunter die EFSA und das BfR, sind sich einig, dass solche Verbindungen in Lebensmitteln unerwünscht sind. Foodwatch, eine Organisation, die sich für Lebensmittelsicherheit einsetzt, fordert seit Jahren gesetzliche Höchstgehalte für Mineralöle in Lebensmitteln. Ihrer Ansicht nach sollten Produkte mit nachgewiesenem MOAH nicht verkauft werden dürfen.
Ein weiteres Problem ist, dass es keine Analysemethoden gibt, um zwischen verschiedenen Ringsystemen von MOAH zu unterscheiden. Das bringt uns zurück zur Frage der Gesundheitsgefährdung: Jeder Nachweis von MOAH in Lebensmitteln wird von der EFSA als potenziell besorgniserregend für die Gesundheit betrachtet.
Um das Ganze abzurunden, ist seit Januar 2017 ein EU-weites Überwachungsprogramm zur Lebensmittelkontamination mit Mineralöl gestartet worden. Bisher wurden jedoch keine Ergebnisse veröffentlicht. Das Ziel ist, eine breite Datenbasis zur Ableitung von Höchstwerten zu schaffen, aber die Verzögerungen sind frustrierend. Verbraucher haben ein Recht darauf, zu wissen, was sie essen. Nach dem Vorfall in Wuppertal wird klar, dass wir alle ein waches Auge auf die Qualität unserer Lebensmittel haben sollten. Schließlich geht es um unsere Gesundheit.