Heute, am 24. April 2026, wird in Münster ein bedeutender Schritt in der akademischen Landschaft vollzogen: Die Universität Münster gründet zum 1. Juli die erste deutsche „Islamisch-Theologische Fakultät“. Rektor Prof. Dr. Johannes Wessels bezeichnet diese Gründung als einen Meilenstein für die islamische Theologie in Deutschland. Die neue Fakultät geht aus dem „Zentrum für Islamische Theologie“ (ZIT) hervor, das bereits seit 2012 als Ausbildungsstätte für Lehrkräfte im islamischen Religionsunterricht, Imame und islamische Theologen fungiert.

Die Gründung erforderte jahrelange Vorbereitungen, die 2012 mit der Einrichtung des ZIT begannen. Bereits 2015 erarbeitete die „AG Theologien“ erste Ideen zur Weiterentwicklung, und 2019 beschloss das Rektorat, das ZIT in einen eigenständigen Fachbereich zu überführen. An diesem Prozess waren zahlreiche Gremien beteiligt, darunter das nordrhein-westfälische Ministerium für Kultur und Wissenschaft sowie der Senat der Universität Münster. Auch die Studierenden selbst wurden über Fachschaften und den Allgemeinen Studierendenausschuss in die Planungen einbezogen.

Akademische Perspektiven und Struktur

Das neue Fachgebiet wird von Prof. Dr. Mouhanad Khorchide geleitet, der als Gründungsdekan fungiert und seit 2010 die Professur für islamische Religionspädagogik innehat. An der Fakultät werden insgesamt vier Professorinnen und vier Professoren lehren, die unter anderem Kurse zur islamischen Philosophie und zum Islam in der Sozialarbeit anbieten. Aktuell sind rund 450 Studierende in Lehramts- sowie theologischen Bachelor- und Masterstudiengängen eingeschrieben. Die erste Wahl des eigenen Fachbereichsrats der Fakultät ist für das Sommersemester 2027 geplant.

Ein besonderes Merkmal dieser Fakultät ist die Möglichkeit, ein eigenes Promotionsrecht zu vergeben und Prüfungskommissionen eigenständig zu besetzen. Diese Selbstständigkeit wird jedoch von der Verpflichtung begleitet, ein vollständiges Lehrangebot zu gewährleisten und die Akkreditierung der Studiengänge sicherzustellen. Die Fakultät bleibt weiterhin an übergeordnete Regeln gebunden, einschließlich des Hochschulgesetzes und der Grundordnung der Universität.

Ein Ort der Verständigung

Die Islamisch-Theologische Fakultät wird Teil des neuen „Campus der Theologien und Religionswissenschaften“, der als Ort der Verständigung zwischen Wissenschaft, Politik, Religion, Medien, Kultur und Künsten konzipiert ist. Hier wird eine der weltweit größten Forschungsbibliotheken zum Thema Religion entstehen. Die Fertigstellung des neuen Campus ist für das Jahr 2027 vorgesehen, was die Relevanz der neuen Fakultät zusätzlich unterstreicht.

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Prof. Khorchide hebt hervor, dass die Fakultät nicht nur ein akademisches Projekt ist, sondern auch eine wichtige Rolle für die muslimische Community in Deutschland spielt. Er sieht Münster als Leuchtturmprojekt in Europa, welches den weltoffenen Islam fördern soll. Die Fakultät plant auch, Forschung zur Begleitung ihrer Arbeit in sozialen Medien zu betreiben und so eine Brücke zwischen Wissenschaft und Gesellschaft zu schlagen.

Mit der Gründung der ersten islamisch-theologischen Fakultät in Deutschland und Westeuropa stellt sich die Universität Münster als Vorreiter dar. Die letzte Gründung eines neuen Fachbereichs an der Universität liegt bereits 22 Jahre zurück, was die Bedeutung dieser Neuausrichtung unterstreicht. Die Fakultät soll nicht nur akademisch, sondern auch gesellschaftlich wirken, indem sie ausgebildete Imame und Religionspädagogen hervorbringt, die einen weltoffenen Islam in die Gesellschaft tragen.

Weitere Details zur neuen Fakultät werden am 22. April 2026 von der Universität vorgestellt. Dies ist ein spannender Moment für die Stadt Münster und die gesamte Region, die sich durch diese Initiative als einen bedeutenden Standort für islamisch-theologische Forschung positioniert.