Am 5. Mai, einem Tag, der für die Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen steht, war das Netzwerk Inklusion in Oberberg (NINO) aktiv. Dieser Europäische Protesttag, der jährlich begangen wird, hatte 2023 das Motto „Menschenrechte sind nicht verhandelbar“. An einem sonnigen Tag, der zum Verweilen einlud, setzte NINO ein starkes Zeichen für mehr Barrierefreiheit, Teilhabe und gesellschaftliche Vielfalt im Oberbergischen. Auf dem Lindenplatz gab es von 10 bis 16 Uhr ein buntes Programm.
Die engagierten Mitglieder von NINO, darunter Dorothee Nohn und Kerstin Krögis von der Servicestelle Serv In, machten deutlich, dass Inklusion uns alle angeht. „Inklusion bedeutet, dass niemand diskriminiert wird und alle respektvoll miteinander umgehen“, erklärte Nohn. Es war spürbar, wie wichtig ihnen der Abbau von Barrieren ist. Sie berichteten auch von den Herausforderungen, denen Menschen mit Behinderungen begegnen, sei es bei der Wohnungssuche, im Ausbildungsbereich oder am Arbeitsmarkt. Besonders betroffen sind oft Kinder und Jugendliche, die von Ausgrenzung betroffen sind. Mobilität ist ein weiteres Thema, das im ländlichen Oberbergischen nicht zu kurz kommt – hier wird nach mehr barrierefreien Räumen gerufen.
Aktionen und Mitmachangebote
Ein Highlight der Aktion war die „Bank gegen Ausgrenzung“, eine eindrucksvolle Installation, die auf die Barrieren im Alltag aufmerksam macht. Diese symbolischen Bänke stehen sowohl in Wiehl als auch in anderen Teilen des Oberbergischen Kreises und wandern durch die Region. Neben dieser besonderen Bank gab es für die Besucher zahlreiche Mitmachaktionen: Kinderschminken, Bastelangebote und sogar einen Hand-Sensorik-Parcours! Die Kinder waren begeistert und die Erwachsenen schauten lachend zu.
NINO setzt sich aktiv für die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention ein. Am 20. Mai findet der nächste Runde Tisch für Inklusion in Radevormwald statt, wo auch Privatpersonen herzlich eingeladen sind. Wer mehr über die Arbeit von NINO erfahren möchte, findet auf ihrer Website www.nino-oberberg.de viele Informationen.
Ein Blick über die Grenzen
Nicht nur in Oberberg wird für mehr Inklusion gekämpft. In Berlin wird am 5. Mai 2026 erneut eine große Veranstaltung zum Europäischen Protesttag stattfinden, auch hier wird das Motto „Menschenrechte sind nicht verhandelbar“ sein. Ein Musikwagen wird die Teilnehmer auf dem Weg vom Brandenburger Tor zum Roten Rathaus begleiten und eine Abschlusskundgebung mit Gebärdensprachdolmetscherinnen ist ebenfalls geplant. In der Vergangenheit gab es bereits zahlreiche Bewegungen und Slogans, die auf die Wichtigkeit von Barrierefreiheit hinweisen.
Die sozialen Verbände fordern, dass der Staat nicht an den Hilfen für Menschen mit Behinderungen spart. Bei einer Demonstration in Berlin wird eine Petition für mehr Inklusion an Abgeordnete des Bundestages übergeben. In der politischen Diskussion wird die Notwendigkeit betont, Barrierefreiheit in Deutschland weiter voranzubringen. Der SPD-Fraktionsvorsitzenden Dagmar Schmidt zufolge sind Kürzungen in der Eingliederungshilfe ein Angriff auf die Lebensrealitäten der Betroffenen und gefährden den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Solche Themen sind also nicht nur lokal, sondern auch auf nationaler Ebene von großer Bedeutung.
Egal ob in Oberberg oder in der Hauptstadt – die Stimmen für Inklusion werden immer lauter. Es bleibt zu hoffen, dass mehr Menschen auf diese wichtigen Themen aufmerksam werden und sich aktiv für die Rechte von Menschen mit Behinderung einsetzen.
