Im Oberbergischen Kreis ist es zu einer bemerkenswerten Veranstaltung gekommen, die die Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und gemeinnützigen Organisationen in den Fokus rückte. Insgesamt wurden 13 Kooperationsvereinbarungen geschlossen, die einen Gesamtwert von etwa 12.000 Euro und 700 Stunden ehrenamtlichen Einsatz beinhalten. Diese Initiative zielt darauf ab, Netzwerke zu vergrößern und Aufgaben unbürokratisch zu erledigen. Zwei weitere Vereinbarungen wurden sogar nach der Veranstaltung getroffen. Rund 50 Akteure aus Vereinen, Non-Profit-Institutionen und Unternehmen sowie 20 Gäste aus der Verwaltung und der Politik waren anwesend. Auf den ersten Blick mag man denken, das sei eine Routineveranstaltung, aber die Atmosphäre war voller Energie und Tatendrang.

Ein besonders spannendes Element dieser Veranstaltung war die Art und Weise, wie die Kooperationen zustande kamen. Anstatt Geld zu tauschen, wurden Dienstleistungen, Zeit und Kompetenzen als Tauschmittel genutzt. Ein Beispiel ist die geplante Veranstaltung „Wandern und Lesen“, die vom SGV Homburger Land in Zusammenarbeit mit der Buchhandlung Hansen und Kröger ins Leben gerufen wird. Carolin Stute von Hippe Hue Social wird den Social Media Auftritt des SGV optimieren, während die Kitzretterinnen Unterstützung von Welp Media Service für ihren Medienauftritt erhalten. Auch die OASe wird aktiv, indem sie AggerEnergie-Mitarbeitende über Pflege und Patientenverfügungen informiert.

Die Organisation und Unterstützung

Die Veranstaltung wurde von der Amaidi international gGmbH organisiert, unterstützt von der Rembold Stiftung und der Sozialstiftung der Kreissparkasse Köln. Die Stadt Wiehl stellte sogar kostenfrei die Räume zur Verfügung! Moderiert wurde die Veranstaltung von Christian Gollmer, dem Geschäftsführer des Paritätischen Oberbergischen Kreises. Ein „Notar“ für die Vereinbarungen war Bürgermeister Ulrich Stücker, der zusammen mit Andreas Neumann von der Volksbank Oberberg die Verträge beglaubigte. Vor der Veranstaltung gab es vorbereitende Workshops für die Teilnehmenden, in denen sie die Grundlagen für erfolgreiche Kooperationen erlernten.

Diese Initiative ist Teil eines größeren Trends, der bereits 2006 von der Bertelsmann Stiftung ins Leben gerufen wurde. Inspiriert von der niederländischen Idee eines beursvloer, also eines Börsenparketts für soziale Projekte, wurden Pilotstandorte in Deutschland eingerichtet. Die Methode „Gute Geschäfte“ zeichnet sich durch ihre Flexibilität aus und fördert die Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und Non-Profit-Organisationen ohne strenge Reglementierungen. Hierbei können Unternehmen nicht nur Sachleistungen wie Räumlichkeiten und Werkzeuge bereitstellen, sondern auch Personalzeit und fachliche Unterstützung anbieten. Dies ist besonders wertvoll für Non-Profit-Organisationen, die dadurch Zugang zu Projekten und zum zivilgesellschaftlichen Leben erhalten.

Glaubwürdigkeit und Verantwortung

Ein zentrales Anliegen dieser Kooperationen ist die Übernahme gesellschaftlicher Verantwortung. In einem Buch, das die Zusammenarbeit von Unternehmen und Non-Profit-Organisationen thematisiert, wird betont, wie wichtig es ist, glaubwürdige und nachhaltige Kooperationen zu etablieren. Die Autoren bieten nicht nur theoretische Grundlagen, sondern auch praktische Hinweise zur Anbahnung von Kooperationsprojekten. Ein Kodex für transparente Zusammenarbeit wird als praktischer Rahmen vorgestellt. Die Unabhängigkeit der Non-Profit-Organisationen in der Zusammenarbeit mit Unternehmen ist hierbei von entscheidender Bedeutung.

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Die Veranstaltung im Oberbergischen Kreis ist also nicht nur ein Beispiel für lokale Kooperation, sondern steht auch in einem größeren Kontext, in dem es darum geht, Verantwortung zu übernehmen und gemeinsam Lösungen für komplexe gesellschaftliche Herausforderungen zu finden. Weitere Informationen zu diesen Initiativen sind auf den Webseiten der Bertelsmann Stiftung und der entsprechenden lokalen Organisationen zu finden. Wer Interesse hat, sollte unbedingt einen Blick darauf werfen!

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