Heute ist der 2.06.2026, und im Oberbergischen Kreis gibt es spannende Entwicklungen im Bereich des öffentlichen Nahverkehrs. Das On-Demand-Angebot „Monti“, das Ende 2021 ins Leben gerufen wurde, hat sich zu einer wichtigen Ergänzung des regionalen Verkehrsnetzes entwickelt. Ursprünglich zwischen Drabenderhöhe und Wiehl gestartet, wurde das Angebot mittlerweile auf die Städte Wiehl, Nümbrecht und Marienheide ausgeweitet. Über 800 feste und virtuelle Haltestellen sorgen dafür, dass die Fahrgäste flexibel und bequem ans Ziel kommen, ohne sich an feste Fahrpläne halten zu müssen.
Mit einer täglichen Auslastung von mehr als 300 Fahrgästen, besonders in Wiehl, zeigt sich, dass Monti gut angenommen wird. Die Finanzierung ist bis April 2026 durch Bundesfördermittel gesichert. Der Kreistag hat bereits Mittel für 2025 im Haushalt eingestellt, während eine Prüfung zur Fortführung über 2026 hinaus angeordnet wurde. Ein Zukunftskonzept zur Verstetigung und effektiveren Gestaltung des Angebots wurde vorgestellt und fand im Kreisentwicklungsausschuss positive Resonanz. Die Entscheidung des Kreistags steht für den 25. Juni an.
Optimierung der Nutzung
Ein zentrales Ziel des Plans ist die effektive Nutzung der vorhandenen zehn Monti-Fahrzeuge. Die Idee ist, Leerfahrten zu reduzieren und gleichzeitig viele Fahrgäste zu befördern. Geplant sind Anpassungen an der Plattform „rufmobil.nrw“, um die Buchungen zu verbessern. Eine bessere Verknüpfung mit dem bestehenden Linienverkehr wird angestrebt, um Überlappungen mit anderen Buslinien zu vermeiden. Schülerverkehr hat dabei Vorrang, was bedeutet, dass keine neuen Fahrzeuge oder zusätzliches Personal für die Ausweitung des Angebots zur Verfügung stehen.
Zusätzlich sind punktuelle Erweiterungen in Wegescheid, Herreshagen, Windhagen und Niedernhagen vorgeschlagen worden. Auch eine mögliche Ausweitung auf Teile von Reichshof sowie eine Anknüpfung an den On-Demand-Bürgerbus in Waldbröl stehen auf der Agenda. Diese Entwicklungen könnten das Mobilitätsangebot in der Region weiter verbessern, ohne flächendeckende Ausweitungen des Monti-Konzepts auf das gesamte Oberbergische geplant sind.
Schnellbuslinie und Kosten
Ein weiteres interessantes Projekt ist die Verlängerung der Schnellbuslinie SB 56 von Much nach Bielstein Schulzentrum, die einstimmig empfohlen wurde. Die Umsetzung dieser Verlängerung ist für den Fahrplanwechsel im Dezember 2026 vorgesehen. Die neue Linie wird montags bis freitags von 5 bis 22 Uhr, samstags von 6 bis 22 Uhr und sonntags von 7 bis 22 Uhr stündlich verkehren. Die Kosten für die Schnellbuslinie belaufen sich auf 120.000 Euro pro Jahr, und sie wird vollständig von der RSVG betrieben. Diese Maßnahmen sind Teil einer größeren Diskussion über die Kosten des ÖPNV und die Möglichkeit einer kommunalen Mobilitätsabgabe.
Die Herausforderungen sind nicht zu unterschätzen, da Einsparungen durch Reduktion von Betriebszeiten und Fahrzeugen möglicherweise die Nachfrage negativ beeinflussen könnten. Der On-Demand-Zuschlag für Monti beträgt für Erwachsene 2,50 Euro und für Kinder 1,30 Euro, plus den normalen ÖPNV-Ticketpreis. Ab dem 1. Juni gilt zudem der neue Rheinlandtarif. Es bleibt abzuwarten, wie die bevorstehenden Entscheidungen im Kreistag den weiteren Verlauf des Projekts beeinflussen werden.
