Im Rhein-Erft-Kreis gibt es derzeit wichtige Diskussionen über die Sicherheit und Gesundheit unserer Kleinsten. Karla Mertes, eine erfahrene Familien-, Gesundheits- und Kinderkrankenschwester, hat sich jüngst zu den Gefahren geäußert, denen Kinder bis sechs Jahre ausgesetzt sind. In Deutschland ist das Risiko, dass ein Kind vor dem fünften Lebensjahr stirbt, zwar relativ gering – etwa vier von 1000 Kindern sind betroffen. Doch im Vergleich zu Ländern südlich der Sahara, wo es um die 100 Kinder sind, ist das dennoch eine alarmierende Zahl.
Die häufigsten Ursachen für Todesfälle in Deutschland sind erschreckend vielfältig. Bei Neugeborenen sind es vor allem Frühgeburten und Komplikationen bei der Geburt, während Kinder bis drei Jahre häufig an Hirnhautentzündungen oder Unfällen leiden. Und ab einem Jahr? Da führen Unfälle die Liste der Todesursachen an. Ein Umstand, der uns allen zu denken geben sollte.
Prävention ist das A und O
Um das Risiko für plötzlichen Kindstod zu verringern, gibt es einige einfache, aber effektive Maßnahmen: Eine rauchfreie Umgebung, das Schlafen in Rückenlage und eine Raumtemperatur von 16 bis 18 °C sind dabei entscheidend. Zudem sollten Eltern bei Fieber von Kleinkindern besonders achtsam sein. Bei Babys unter drei Monaten sollte bereits Fieber ab 38 °C einen Arztbesuch nach sich ziehen. Bei älteren Kindern sind Warnzeichen wie Trinkverweigerung oder Atemnot ernst zu nehmen.
Besonders wichtig ist es, dass Eltern und Betreuer auch auf Notfälle vorbereitet sind. Ein Fieberkrampf beispielsweise kann bei einer schnellen Temperatursteigerung auftreten. Hier gilt: Das Kind auf einen sicheren Untergrund legen, nicht festhalten und den Notarzt rufen! Und wenn es um das Verschlucken von Gegenständen geht, ist schnelles Handeln gefragt – bei einer Knopfbatterie sollte sofort die Notaufnahme aufgesucht werden.
Unfälle im Alltag
Ein weiterer Punkt, den Mertes anspricht, sind die gefährlichen Situationen, die sich im Alltag ergeben. Stürze, zum Beispiel vom Wickeltisch, oder Atemnot durch Verschlucken sind häufige Notfälle. Umso wichtiger ist es, das Zuhause kindersicher zu gestalten: Kabel, heiße Getränke und scharfe Gegenstände sollten unbedingt außerhalb der Reichweite der Kleinen verstaut werden. Auch bei der Auswahl von Pflanzen im Garten ist Vorsicht geboten – viele beliebte Arten können giftig sein.
In diesem Zusammenhang ist es interessant zu wissen, dass Schätzungen zufolge mindestens 1,88 Millionen Kinder unter 15 Jahren jährlich ärztliche Versorgung nach Unfallverletzungen benötigen. Verletzungen sind der häufigste Grund für Krankenhausaufnahmen bei Kindern und Jugendlichen. Im Jahr 2019 wurden über 194.000 Kinder unter 17 Jahren wegen Verletzungen im Krankenhaus behandelt. Das zeigt, wie wichtig Unfallprävention ist.
Es ist wirklich alarmierend zu sehen, dass Unfälle die häufigste Todesursache für Kinder ab einem Jahr in Deutschland und Europa darstellen. Experten betonen, dass viele dieser Unfälle durch richtiges Verhalten und Prävention vermeidbar wären. Daher ist es ratsam, an Kindernothilfekursen teilzunehmen und Kindern beizubringen, wie sie im Notfall reagieren können.
Wir können also festhalten, dass die Sicherheit unserer Kinder in den Händen der Erwachsenen liegt. Es ist unsere Verantwortung, sie zu schützen. Die Notrufnummern sollten sichtbar aufhängen und im Handy gespeichert werden. Auch der Giftnotruf in Nordrhein-Westfalen, erreichbar unter 0228/19240, ist ein wichtiger Kontakt im Notfall. Außerdem gibt es viele hilfreiche Infoquellen im Internet, die Eltern unterstützen können, um sicherzustellen, dass ihre Kinder gesund und wohlbehalten aufwachsen.