Am Sonntagvormittag, als viele noch im Bett lagen oder den Wochenendkaffee genossen, wurde es in Neuss plötzlich ernst. Bewohner eines Mehrfamilienhauses an der Königstraße beobachteten durch ihren Türspion zwei Jugendliche, die versuchten, in mehrere Wohnungen einzubrechen. Kurz vor 11 Uhr klingelten die beiden Unbekannten an mehreren Wohnungstüren, was die Nachbarn skeptisch machte. Sie sahen die beiden vor einer Wohnungstür herumhantieren, alarmierten direkt die Polizei und setzten damit eine Kette von Ereignissen in Gang.
Als die Polizei eintraf, ließen die Verdächtigen von ihrem Vorhaben ab und wollten schnell den Ort des Geschehens verlassen. Doch die Beamten hatten ein wachsames Auge und konnten im Treppenhaus sowohl einen Jugendlichen als auch eine Jugendliche antreffen. Bei der anschließenden Durchsuchung fanden die Polizisten nicht nur mögliche Einbruchswerkzeuge, sondern auch Geld und eine Geldbörse – Beute aus früheren Straftaten? Beide wurden vorläufig festgenommen und nach Abschluss der Maßnahmen wieder entlassen.
Einbrüche im Rhein-Kreis Neuss
Das war jedoch nicht der einzige Vorfall in der Region. Am Samstagabend ereignete sich ein Einbruch in Meerbusch-Strümp. Ein 88-Jähriger wurde in seinem Schlafzimmer von einem Verdächtigen geweckt, der sich an einem Schrank zu schaffen machte. Der Eindringling flüchtete über ein eingeschlagenes Kellerfenster, nachdem der Senior ihn angesprochen hatte. Unbemerkt gelang ihm der Diebstahl einer Uhr. In der vergangenen Woche zählte die Polizei im Rhein-Kreis Neuss insgesamt sechs Einbrüche, darunter ein weiterer Versuch in Neuss und einer in Kaarst. Auch in den Städten Dormagen und Grevenbroich gab es vollendete Einbrüche, die die Ermittler des Kriminalkommissariats 14 auf den Plan riefen.
Die Situation scheint angespannt. Die Polizei hat sich mit einer klaren Botschaft an die Öffentlichkeit gewandt: Zeugenhinweise sind wichtig! Wer etwas gesehen hat, kann sich unter der Telefonnummer 02131 3000 oder per E-Mail an poststelle.rhein-kreis-neuss@polizei.nrw.de melden. Außerdem bietet die Polizei kostenlose Beratungen zum Thema Einbruchsschutz an. Es gibt viele Tipps, wie man seine Wohnung oder sein Haus besser schützen kann – denn Sicherheit geht vor.
Statistiken und Trends
Ein Blick auf die aktuellen Zahlen zeigt, dass Einbrüche ein wachsendes Problem darstellen. Laut der Polizeilichen Kriminalstatistik 2025 wurden 82.920 Wohnungseinbruchdiebstähle registriert, was einen Anstieg von 5,7 % im Vergleich zum Vorjahr bedeutet. Während die Gesamtkriminalität um 5,6 % zurückging, ist der Wohnungseinbruch ein besorgniserregender Trend. Ansonsten gab es einen Rückgang bei der Gewaltkriminalität, insbesondere bei Raubdelikten, und auch bei Diebstählen von Fahrrädern und Kfz.
Diese Entwicklungen sind alarmierend, denn die Aufklärungsquote liegt stabil bei 57,9 %. Es ist klar, dass die Polizei gefordert ist, während die Gesellschaft ihre eigene Wachsamkeit erhöhen sollte. Die Dunkelziffer der nicht angezeigten Straftaten bleibt ein großes unbekanntes Feld. Dennoch – es gibt Hoffnung. Die Polizei ermutigt die Bürger, aktiv zu werden und ihre Umgebung im Blick zu behalten. Jeder Hinweis zählt in diesen unsicheren Zeiten.
