Im Rheinisch-Bergischen Kreis fand kürzlich eine großangelegte Übung im Katastrophenschutz statt. Ein Notruf in der Feuer- und Rettungsleitstelle meldete einen Unfall im Chemietrakt eines Gymnasiums in Nordrhein-Westfalen. Was zunächst alarmierend klang, stellte sich schnell als fiktives Szenario heraus, das am Schulzentrum Cyriax in Overath geprobt wurde. Ziel war es, die Dekontaminationseinheit des Kreises und den „Behandlungsplatz 50 NRW“ (BHP 50) unter realistischen Bedingungen zu testen.
Die Übung beinhaltete ein Szenario mit einem Chemieunfall, bei dem die Dekontaminationseinheit die Grobreinigung von Personen mit chemischen, biologischen oder atomaren Stoffen übte. Landrat Arne von Boetticher betonte die Bedeutung dieser Übung für die Vorbereitung auf echte Notfälle und die Notwendigkeit überörtlicher Hilfe, was die Übung besonders realistisch machte. Die Einsatzkräfte, die vom Arbeiter-Samariter-Bund (ASB), dem Deutschen Roten Kreuz (DRK), dem Malteser Hilfsdienst und freiwilligen Feuerwehren kamen, zeigten sich gut eingespielt und wurden von Kreisbrandmeister Manuel Packhäuser gelobt.
Effiziente Notfallversorgung
Der BHP 50 ist eine entscheidende Einrichtung, die in der Lage ist, 50 Patienten innerhalb von zwei Stunden oder sogar 100 Patienten über einen Zeitraum von vier Stunden notfallmedizinisch zu versorgen. Das Team arbeitet ganzjährig zusammen mit dem ASB-Regionalverband Bergisch Land, dem DRK-Kreisverband Rheinisch-Bergischer Kreis und den Maltesern sowie freiwilligen Feuerwehren aus Leichlingen und Burscheid. Diese Kooperationspartner sind im Ernstfall darauf vorbereitet, schnell und effizient zu handeln.
Die Dekontaminationseinheit des Kreises kommt speziell bei Schadensereignissen mit chemischen, biologischen, radiologischen oder nuklearen Stoffen zum Einsatz. Das Personal wird im Umgang mit Schutzanzügen geschult, während die Einheit sowohl Grobreinigung als auch medizinische Erstversorgung umfasst. Dies sorgt dafür, dass die Einsatzkräfte bestens auf verschiedenste Szenarien vorbereitet sind.
Zukunft der Katastrophenmedizin
Ein Blick in die Zukunft zeigt, dass das Training und die Erfahrung im Bereich Katastrophenmedizin auch weiterhin von großer Bedeutung sein werden. Am 30. August 2025 findet im Trainingscenter Retten + Helfen in Mosbach, Baden-Württemberg, eine Veranstaltung mit dem Titel #disasterexperience statt. Hier haben maximal 40 Teilnehmer die Möglichkeit, die Grundlagen der Katastrophenmedizin zu erlernen und in praktischen Übungen zu vertiefen. Die Veranstaltung gliedert sich in verschiedene Stationen, darunter Sichtungsübungen und das Arbeiten auf kontaminierter Ablage, was den Teilnehmern wertvolle Fähigkeiten vermittelt.
Für alle, die im Katastrophenschutz tätig sind, ist eine kontinuierliche Weiterbildung unerlässlich. Diese Veranstaltungen bieten nicht nur die Möglichkeit, Wissen aufzufrischen, sondern auch, neue Techniken zu erlernen, die im Ernstfall von entscheidender Bedeutung sein können. Die Kombination aus theoretischem Wissen und praktischer Anwendung wird dabei als besonders wertvoll erachtet.
Für Interessierte sind Unterkunftsmöglichkeiten auf Selbstzahler-Basis verfügbar, und auch ärztliche Fortbildungspunkte wurden beantragt. Es ist wichtig, dass die Teilnehmer ihre eigene Schutzausrüstung mitbringen, um optimal auf die Übungen vorbereitet zu sein.
Für weitere Informationen zu zukünftigen Veranstaltungen und Trainings im Bereich Katastrophenschutz können Interessierte die Webseite der DGKM besuchen.
Quellen: rp-online.de, dgkm.org.