Heute ist der 21.05.2026 und im Rheinisch-Bergischen Kreis gibt es eine Geschichte, die viele Herzen berührt. Ben Musaeus, ein talentierter ID-Judoka, hat in letzter Zeit ein großes Tief durchlebt. Der junge Mann hat nicht nur nationale Titel errungen, sondern auch bei internationalen Wettkämpfen, unter anderem der Europameisterschaft in Köln, glänzende Medaillen gewonnen. Doch das Leben ist nicht immer fair. Kurz nach seinem Titelgewinn verlor Ben seinen Job auf einem Pferdehof in Odenthal, wo er die letzten fünf Jahre damit verbrachte, sich um die Einstellpferde zu kümmern.
Die Betreiberin des Hofes hat ihn und die anderen Mitarbeiter vor die Tür gesetzt, was für Ben einen harten Einschnitt in sein Leben darstellt. Sein Vater beschreibt die Situation als Verlust eines großen Halt im Leben von Ben. Umso wichtiger ist es jetzt, dass die Familie über Social Media nach einem neuen Arbeitgeber sucht. Denn für Ben ist es entscheidend, einen Job zu finden, der ihm die Möglichkeit gibt, mit Tieren zu arbeiten und an der frischen Luft zu sein. Er möchte nicht in eine Werkstatt für Menschen mit Behinderungen zurückkehren, wo er Tätigkeiten, wie Verpacken oder Montagearbeiten, als langweilig empfindet. Sein klarer Wunsch ist es, wieder auf einem Hof tätig zu sein.
Ein Aufruf zur Inklusion
Der Verlust des Jobs trifft Ben besonders hart. Er wird von einem Fahrdienst abgeholt und nach Hause gebracht. Diese Unterstützung ist wichtig, doch die Suche nach einem neuen Arbeitgeber stellt sich als Herausforderung dar. Sein Vater betont die Wichtigkeit der Offenheit von Unternehmen gegenüber Menschen mit Handicap. Inklusion ist ein großes Thema, das nicht nur den Sport, sondern auch die Arbeitswelt betrifft. Deutschland hat sich 2009 mit der UN-Behindertenrechtskonvention verpflichtet, Barrieren abzubauen und Teilhabe zu fördern. Dennoch zeigt sich, dass der Anteil inklusiv arbeitender Sportvereine laut dem DOSB-Sportentwicklungsbericht von 2018 nur bei 35% liegt. Das ist nicht genug!
Gemeinsamer Sport kann helfen, Vorurteile und Berührungsängste abzubauen. Menschen mit und ohne Behinderungen profitieren davon, neue Fähigkeiten zu erlernen, die in andere Lebensbereiche übertragbar sind. Das Miteinander wird zur Selbstverständlichkeit, aber die Realität ist oft anders. Viele Sportstätten und Freizeitflächen sind nicht barrierefrei gestaltet. Nur etwa 4% der öffentlichen Spiel- und Sportflächen in Deutschland sind inklusiv. Strukturelle Barrieren verhindern oft die Teilhabe. Professor Thomas Abel von der Deutschen Sporthochschule Köln weist darauf hin, dass Menschen mit Behinderungen im Sport unterrepräsentiert sind – nur 2,4% im Vergleich zu 9,6% in der Gesamtbevölkerung!
Diese Situation spiegelt sich auch im Arbeitsmarkt wider. Viele suchen nach einer Chance, die ihnen oft verwehrt bleibt. Ben Musaeus ist ein Beispiel dafür, wie wichtig die Unterstützung von Arbeitgebern ist. Er hat gezeigt, dass er mit harter Arbeit und Talent viel erreichen kann. Jetzt braucht er einen neuen Platz, an dem er wieder aufblühen kann. Die Suche nach einer geeigneten Stelle ist also nicht nur eine persönliche Herausforderung, sondern auch ein Aufruf an die Gesellschaft, inklusiver zu werden und Menschen wie Ben eine Chance zu geben.
