Im Rheinisch-Bergischen Kreis ist die Situation rund um die Pflegebedürftigkeit ein Thema, das zunehmend an Bedeutung gewinnt. Der neu vorgelegte Pflegebericht hat aufgezeigt, dass die Bevölkerung dort immer älter wird und somit auch die Zahl der Pflegebedürftigen stetig ansteigt. Der Bericht, der im Ausschuss für Arbeit, Soziales, Pflege und Gesundheit vorgestellt wurde, umfasst 121 Seiten und analysiert sowohl die Entwicklung der Pflegebedürftigkeit als auch die bestehenden Versorgungsstrukturen. Ziel ist es, die Rahmenbedingungen für ein gutes Leben, Wohnen und die Versorgung älterer Menschen zu schaffen.

Von 2021 bis 2023 ist die Zahl der Pflegebedürftigen im Rheinisch-Bergischen Kreis um mehr als 18 Prozent auf nunmehr 23.730 gestiegen. Dies ist besonders alarmierend, wenn man bedenkt, dass sich die Zahl der Pflegebedürftigen seit 2015 mehr als verdoppelt hat. Ein weiterer besorgniserregender Trend ist der Rückgang der durch ambulante Dienste versorgten Personen, der erstmals um 7 Prozent gesunken ist. Auch das Personal in der ambulanten Pflege ist um 6,5 Prozent zurückgegangen. Das sind alles keine guten Nachrichten für einen Kreis, in dem bis 2050 erwartet wird, dass fast ein Drittel der Bevölkerung 65 Jahre oder älter sein wird.

Die Herausforderungen der Zukunft

Die Prognosen zeigen, dass der Anteil der über 80-Jährigen von 8,2 auf 12,5 Prozent ansteigen wird. Um die professionelle Pflegeinfrastruktur bis 2050 aufrechtzuerhalten, müsste diese um etwa 40 Prozent wachsen. Ein echter Kraftakt, der durch das sinkende Arbeitskräftepotenzial, das bis zur Mitte der 2030er-Jahre um etwa 11 Prozent abnehmen könnte, noch komplizierter wird. Hinzu kommt, dass das Versorgungsniveau in der vollstationären Dauerpflege bereits 15 Prozent unter dem Landesdurchschnitt liegt. Bis 2030 fehlen etwa 100 Plätze, um den Status quo zu halten. Schaut man weiter in die Zukunft, könnte die Lücke bis 2045 auf 660 bis 940 Plätze anwachsen.

Der Pflegebericht ist eng verknüpft mit dem Handlungskonzept „Inklusiv leben und wohnen, aktiv altern und versorgt sein im Rheinisch-Bergischen Kreis“ sowie der Sozialplanung „Motiv Mensch“. Empfehlungen, die aus dem Bericht abgeleitet wurden, betonen die Notwendigkeit, die Infrastruktur auszubauen, präventive Ansätze zu verfolgen und die pflegenden Angehörigen zu stärken. Es ist klar, dass hier Handlungsbedarf besteht, um den Herausforderungen in der Pflege gerecht zu werden.

Ein Blick auf die gesamtdeutsche Situation

Wenn man einen Blick auf die gesamte Bundesrepublik wirft, wird das Bild noch deutlicher. Im Dezember 1999 gab es in Deutschland 2,02 Millionen Pflegebedürftige. Zehn Jahre später, im Dezember 2009, war diese Zahl auf 2,34 Millionen angestiegen. Im Dezember 2019 betrug die Zahl schon 4,13 Millionen und aktuell, im Dezember 2023, sind es bereits 5,69 Millionen Pflegebedürftige. Über 80 % dieser Menschen werden zu Hause versorgt – eine Zahl, die 2023 mit 4,89 Millionen Pflegebedürftigen (86 %) noch eindrücklicher ist.

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Das Risiko, pflegebedürftig zu werden, steigt mit dem Alter. Bei den 70- bis 74-Jährigen sind rund 11 % betroffen, während der Anteil bei den über 90-Jährigen mit unglaublichen 87 % noch einmal deutlich höher ist. Die Prognosen zeigen, dass die Zahl der Pflegebedürftigen und der damit verbundene Versorgungsbedarf in den kommenden Jahren weiter zunehmen werden.

Für den Rheinisch-Bergischen Kreis und darüber hinaus heißt das: Es ist an der Zeit, die Weichen für eine bessere Pflege zu stellen. Der vollständige Pflegebericht ist übrigens online verfügbar unter www.rbk-direkt.de/pflegebericht-2025-2026.pdfx. Vielleicht ist das der erste Schritt, um den Herausforderungen der Zukunft mit einer soliden Strategie zu begegnen.