Heute ist der 29.05.2026, und in Osterholz-Scharmbeck gibt es spannende Neuigkeiten aus dem Pflegestützpunkt des Landkreises Osterholz. In den letzten zehn Jahren hat sich die Anzahl der Anfragen nahezu verdoppelt. Das ist schon eine beachtliche Entwicklung! Im vergangenen Jahr allein gab es eine Steigerung von neun Prozent, sodass die Beraterinnen nun auf 1929 Kontakte zurückblicken können. Wenn man bedenkt, dass es vor zehn Jahren nur 994 Beratungssituationen gab, scheint die 2000er-Marke in diesem Jahr greifbar nahe. Die steigenden Zahlen sind nicht zuletzt durch die demografische Entwicklung und die Einführung der fünf Pflegegrade vor fast einem Jahrzehnt bedingt.
Tanja Ehrichs und Ingeborg Kück sind die Gesichter hinter dieser wichtigen Anlaufstelle. Sie bieten kostenlose, unabhängige und trägerneutrale Beratung an, sei es persönlich, telefonisch, per Mail oder sogar bei Hausbesuchen. Im Gespräch mit den beiden merkt man schnell, wie wichtig es ist, die Wohnumstände der Betroffenen genau einzuschätzen und auf verschiedenen Ebenen zu vernetzen. Die Beratungen sind alles andere als kurz und knapp: Sie dauern zwischen 15 und 120 Minuten und decken Themen ab, die von der Antragstellung für Pflegegrade bis hin zu den Leistungen der Pflegeversicherung und Unterstützung für minderjährige Kinder reichen.
Ein Blick auf die Zahlen
Im Landkreis Osterholz haben über 8000 Menschen mindestens Pflegegrad 1 – das sind etwa sieben Prozent der Bevölkerung. Die Prognosen zeigen, dass die Generation „75 plus“ bis 2042 um 4700 Menschen anwachsen wird – eine erschreckende, aber auch faszinierende Zahl. Diese Entwicklungen spiegeln sich auch in den bundesweiten Statistiken wider. Laut dem Statistischen Bundesamt stieg die Zahl der pflegebedürftigen Menschen in Deutschland von 3,4 Millionen im Jahr 2017 auf etwa 5,7 Millionen im Jahr 2024. Ein deutlicher Anstieg, der durch den demografischen Wandel und die Pflegereform 2017 bedingt ist. Diese Reform hat dafür gesorgt, dass psychische, psychiatrische und kognitive Beeinträchtigungen besser berücksichtigt werden.
Die aktuelle Situation ist auch ein Resultat der Tatsache, dass knapp 90 Prozent der pflegebedürftigen Menschen in ihrem eigenen Zuhause leben und oft von Angehörigen versorgt werden. Hier wird schnell klar, dass viele von ihnen ohne professionelle Unterstützung auskommen müssen, was die Notwendigkeit von Beratungen und Hilfestellungen noch dringlicher macht. Die Erfahrungen der Medizinischen Dienste zeigen, dass besonders zu Beginn der Pflegebiografie eine umfassende Beratung über die Organisation des Pflegealltags erforderlich ist.
Die Rolle des Pflegestützpunkts
Der Pflegestützpunkt ist nicht nur ein Ort der Beratung, sondern auch aktiv in der Informationsvermittlung tätig. Er beteiligt sich an Arbeitskreistreffen und hält monatliche Vorträge, um die Bevölkerung über die verschiedenen Aspekte der Pflege zu informieren. Aktuell wird eine Angebotslandkarte mit pflegerischen Unterstützungsangeboten geführt, die 17 Pflegedienste, 24 Senioren- und Pflegeheime, 9 Tagespflegen und 8 Betreutes Wohnen umfasst. Die Beratungszeiten sind großzügig: Montags und donnerstags von 8-12 Uhr und 14-16 Uhr, dienstags bis 18 Uhr und mittwochs sowie freitags bis 12 Uhr. Wer Fragen hat, kann die Beraterinnen unter den Telefonnummern 04791/803706 und 803707 oder per E-Mail unter pflegestuetzpunkt@landkreis-osterholz.de erreichen.
Die Zahlen und Statistiken sind zwar beeindruckend, sie erzählen jedoch nur einen Teil der Geschichte. Dahinter stehen Menschen, die in einer komplexen Lebenssituation Unterstützung benötigen. Der Pflegestützpunkt ist hier ein Lichtblick, ein Ort, der Orientierung bietet und dabei hilft, die Herausforderungen des Alterns und der Pflege zu meistern. Ein unerlässlicher Teil des sozialen Gefüges, das wir in unserer Gesellschaft unbedingt schätzen und fördern sollten.
