In einem spannenden Schritt zur Wiederbelebung der Natur plant das Umweltressort eine umfassende Renaturierung der Schönebecker Aue, die sich in der Nähe der Sportplätze erstreckt. Diese Initiative umfasst auch den gesperrten Warnemünder Weg, was zeigt, wie ernst es den Behördenvertretern wie Ira Zylka ist, die darauf hinweisen, dass die Aue trotz ihrer artenreichen Fauna und bedeutenden Laichgründen stark verändert und naturfern ist. Die Finanzierung dieser Maßnahmen ist gesichert – dank großzügiger Bundesgelder – und der Bau soll bereits im übernächsten Jahr beginnen. Wenn man bedenkt, dass das Gewässerbett der Schönebecker Aue bereits vor mehreren Hundert Jahren verbreitert und vertieft wurde, ist es höchste Zeit für eine grundlegende Veränderung!
Die Aue hat keinen natürlichen Verlauf mehr, was für die Umwelt und die darin lebenden Arten äußerst nachteilig ist. Besondere Aufmerksamkeit muss dem Mündungsbereich geschenkt werden, der erheblich verändert wurde. Man könnte fast sagen, dass die chemische Verfassung der Aue in einem schlechten Zustand ist und verschiedene Einleitungen das Gewässer belasten. Um dem entgegenzuwirken, liegt der Fokus auf der Renaturierung des stark kanalisierten Gewässerbetts im Bereich der Sportplätze. Uferstrukturen und Gehölze fehlen hier, was die Naturferne nur noch verstärkt. Es ist ein bisschen wie ein verlorenes Paradies, das dringend wiederentdeckt werden muss.
Die Herausforderung der Renaturierung
Die Renaturierung der Schönebecker Aue ist kein leichtes Unterfangen. Das Gebiet wurde mit Boden aufgefüllt, um Platz für Bahnanlagen, Sportanlagen und Gewerbeflächen zu schaffen – eine Maßnahme, die dem Gewässer erheblich geschadet hat. Zudem verläuft die Aue im Bereich des Vegesacker Bahnhofsplatzes sogar unterirdisch, was nicht nur die Sichtbarkeit einschränkt, sondern auch die Lebensqualität für viele Tiere beeinträchtigt. Die Planung sieht vor, Ufer und Gewässerbett in einen naturnäheren Zustand zu versetzen und Lebensräume für Flora und Fauna zu schaffen. Ein erster Schritt wird die Verlegung eines Teils des Warnemünder Wegs sein, um Platz für die Aue zu schaffen. Totholz- und Kiesstrukturen sollen eingebaut werden, um den natürlichen Fluss zu fördern.
Erste Gespräche mit Vertretern der Deutschen Bahn über die Verlegung des Wegs auf Bahnflächen haben bereits begonnen. Das klingt vielversprechend, nicht wahr? Es zeigt, dass die Behörden die Verantwortung ernst nehmen und auch die Durchgängigkeit für Tiere im Blick haben. Außerdem sind Anpassungen für die Tunnelanlagen vorgesehen, um die Lebensräume der Tiere weiter zu verbessern.
Ein Blick in die Vergangenheit
Die Schönebecker Aue hat eine lange Geschichte. Sie entspringt in der Langen Heide im Landkreis Osterholz und fließt nach fast 18 km in den Vegesacker Hafen. Bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts galt sie als naturnaher Geestrandbach. Doch Wasserbauliche Maßnahmen wie Begradigungen und Sohlabstürze haben den Bach stark beeinträchtigt. Der Nutzungsdruck in der Talaue ist gestiegen, wodurch naturnahe Gewässerstrecken immer seltener werden. Die Arbeitsgemeinschaft Bremer Schweiz (AGBS) setzt sich bereits seit 40 Jahren für den Schutz und die Renaturierung der Schönebecker Aue ein, und es ist höchste Zeit, dass weitergehende Maßnahmen ergriffen werden. Die EU-Wasserrahmenrichtlinie fordert ohnehin mehr Engagement für die Renaturierung.
In den letzten Jahren gab es bereits einige Erfolge: 1999 wurde die Auemündung im Vegesacker Hafen umgebaut, und 2009 kam ein Umgehungsgerinne am Schönebecker Schlosswehr hinzu. Diese Schritte haben die Durchgängigkeit für wandernde Organismen verbessert. Kleinere Maßnahmen wie die Anlage von Kiesstrecken und Kleingewässern auf niedersächsischem Gebiet wurden ebenfalls umgesetzt. Doch noch sind zwei Sohlabstürze im Gewässer, die dringend umgebaut werden müssen, um den Tieren die Passage zu erleichtern.
Ein Schritt in die richtige Richtung
Die Renaturierung der Schönebecker Aue ist Teil eines umfassenderen Trends zur Gewässerrenaturierung in Deutschland. Die Rückführung eines vom Menschen veränderten Gewässers zu einem natürlicheren Zustand, auch als Regeneration, Rekonstruktion oder Revitalisierung bekannt, ist eine anspruchsvolle, aber notwendige Aufgabe. Die Prinzipien der Renaturierung zielen darauf ab, eine eigendynamische Entwicklung hin zu einem naturnahen Zustand zu fördern. Dabei ist es entscheidend, dass die Planungen sich an hydromorphologischen Steckbriefen der deutschen Fließgewässertypen orientieren. Es kann Jahre dauern, bis ein naturnaher Zustand erreicht ist, aber jeder Schritt zählt.
Wenn man nun über all diese Maßnahmen nachdenkt, wird deutlich: Es ist mehr als nur ein Bauprojekt. Es ist ein Schritt zurück zur Natur, ein Versuch, das verlorene Gleichgewicht wiederherzustellen.
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