Heute ist der 22.05.2026 und in Bernkastel-Wittlich tut sich einiges in der Welt der Dorfentwicklung. Man könnte sagen, es geht um mehr als nur schöne Häuser! Das Ziel dieser Initiative ist es, die Ortskerne zu stärken und die Dörfer als lebendige Wohn- und Begegnungsorte weiterzuentwickeln. Ein ambitioniertes Vorhaben, das durch das Bundesprogramm „RegioStrat – Strategische Regionalentwicklung“ von 2026 bis 2028 mit rund 405.000 Euro gefördert wird. Hierbei liegt der Fokus auf der Nutzung und Weiterentwicklung der Ortskerne, der Erfassung von Leerständen sowie dem Aufspüren von Baulücken und Entwicklungspotenzialen.
Die Projektleiterin Jennifer Heimann von der Kreisverwaltung hat die schwierige, aber auch spannende Aufgabe, dieses Vorhaben zu koordinieren. Denn die Herausforderungen sind nicht zu unterschätzen: Leerstände, ein spürbarer Sanierungsstau, der demografische Wandel und ein rückläufiges Angebot im Ortskern machen es nicht leicht. Die Innenentwicklung ist dabei ein Schlüsselbegriff. Statt neue Baugebiete am Ortsrand zu schaffen, sollen bestehende Gebäude genutzt werden. Und das hat gleich mehrere Vorteile: Lebendige Ortskerne, eine bessere Auslastung der Infrastruktur, Kostensenkungen und nicht zuletzt der Schutz der Landschaft.
Gemeinsam stark für die Zukunft
Die Motivation für Eigentümer ist ein wichtiges Element. Hierbei geht es um Information, Beratung und die Sichtbarmachung von guten Beispielen und Fördermöglichkeiten. Denn die Bedeutung von Wohnangeboten ist nicht zu unterschätzen. Sie sind notwendig für die verschiedenen Lebensphasen – egal ob junge Menschen, Familien, Singles oder ältere Menschen. Die Attraktivität des Wohnens im Ortskern muss durch verlässliche Beratung und realistische Fördermöglichkeiten gesteigert werden.
Bürgerbeteiligung spielt zudem eine große Rolle. Geplante Maßnahmen wie Testgemeinden, Informationsangebote und Formate für den Austausch zwischen Bürgern, Eigentümern und Kommunen sind in der Pipeline. Doch auch hier gibt es Schwierigkeiten, die es zu überwinden gilt. Eine Mischung aus Finanzierung, Bürokratie, fehlenden Investoren und der Bereitschaft der Eigentümer bremst manchmal den Fortschritt. Es gibt jedoch auch positive Beispiele für gelungene Ortsentwicklung – etwa in Bernkastel-Wittlich und in anderen Regionen, die systematisch mit Innenentwicklungskatastern arbeiten.
Von Leerständen und Wohnraum
Das Thema Leerstände ist nicht nur in Bernkastel-Wittlich relevant. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMLEH) ist ebenfalls aktiv und beteiligt sich am „Bündnis bezahlbarer Wohnraum“. Hier liegt die Federführung beim Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauen (BMWSB). Das Ziel dieses Bündnisses ist die Erarbeitung einer Handlungsstrategie zur Aktivierung von Gebäudeleerständen. Ein kluger Schachzug, denn in ländlichen Regionen sind die Herausforderungen oft besonders ausgeprägt.
Ein Wissenstransfer-Projekt der Agrarsozialen Gesellschaft e.V. (ASG) wird dazu beitragen, Erkenntnisse aus Wissenschaft und kommunalen Erfahrungen auszuwerten. Die Ergebnisse sollen dann durch Veranstaltungen und Internetangebote verbreitet werden. Das Projekt startet im April 2024 und läuft über drei Jahre – eine spannende Entwicklung, die da ansteht! Die Schwierigkeiten im Gebäudesektor sind vielfältig: fehlender Wohnraum, gestiegene Kreditzinsen und hohe Baukosten sind nur einige der Herausforderungen, die es zu bewältigen gilt.
Die Perspektive ländlicher Räume wird in diesem Bündnis besonders betont, wobei die Motivation von Kommunen, Unternehmen und Privatpersonen zur Wiederbelebung leerstehender Gebäude im Vordergrund steht. Workshops, wie der bereits durchgeführte von der Deutschen Vernetzungsstelle Ländliche Räume (DVS) zum Thema Flächensparen und Innenentwicklung, sind erste Schritte in die richtige Richtung.
Insgesamt zeigt sich, dass die Entwicklung der Ortskerne und die Bekämpfung von Leerständen nicht nur eine lokale Herausforderung ist, sondern im Kontext größerer Strategien steht. Es bleibt spannend, wie sich die Pläne in der Region entwickeln werden – und ob die Vision vom lebendigen Dorfleben Wirklichkeit wird.
Für weitere Informationen steht Jennifer Heimann, die Projektleiterin für die Ortsinnenentwicklung bei der Kreisverwaltung Bernkastel-Wittlich, zur Verfügung. Ihre Kontaktdaten können über die offizielle Webseite der Verwaltung abgerufen werden.
