Die Sommerferien stehen vor der Tür, und in Rheinland-Pfalz beginnt das große Ferienabenteuer Ende Juni. Doch für viele Schülerinnen und Schüler könnte der Spaß ins Stocken geraten, denn im Juli müssen sie auf die eigene Geldbörse zurückgreifen, um ihre Fahrkarten zu bezahlen. Grund dafür ist die Aussetzung des Deutschlandtickets in diesem Monat, die einige Landkreise und kreisfreie Städte betrifft. Zu diesen zählen Mainz-Bingen, Bad Kreuznach, Kaiserslautern und die Südliche Weinstraße. Neun von zwölf kreisfreien Städten, darunter Ludwigshafen und Worms, sehen sich ebenfalls mit dieser Regelung konfrontiert.

Die finanzielle Situation der Kommunen hat sich als Hauptgrund für diese Entscheidung herauskristallisiert. In den Sommerferien besteht kein Rechtsanspruch auf Schülerbeförderung; das Deutschlandticket wird als freiwillige Leistung angeboten. Die Kostenübernahme für das Ticket erfolgt nur, wenn die Schulkinder einen unzumutbaren Schulweg von mehr als 4 km für weiterführende Schulen oder mehr als 2 km für Grundschulen zurücklegen müssen. Dies bringt für viele einkommensschwache Familien eine erhebliche finanzielle Belastung mit sich, die von der Landesschüler*innenvertretung (LSV RLP) und der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) scharf kritisiert wird. Die GEW fordert eine landesweite Regelung für das Deutschlandticket während der Sommerferien sowie ein generelles Schülerticket.

Finanzielle Einschnitte und Einsparungen

Einige Landkreise, wie Birkenfeld und Alzey-Worms, rechnen mit Einsparungen von knapp 300.000 Euro durch die Aussetzung des Deutschlandtickets. Klar, die Kassen sind oft leer, und die Kommunen müssen überlegen, wo sie sparen können. Das Landesinnenministerium zeigt zwar Verständnis für die Forderungen der Schülervertretungen, betont jedoch die finanziellen Grenzen der Kommunen. Immerhin wird das Deutschlandticket von Bund und Ländern mit 3 Milliarden Euro pro Jahr subventioniert – dennoch reicht das nicht für alle Bedürfnisse.

Für Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe II gibt es zudem eine Einkommensgrenze, die für die Gewährung der Schülerbeförderung gilt. Bei Verlust des SchokoTickets, welches als eine Art Pendant zum Deutschlandticket fungiert, können Schüler eine neue Chipkarte für 10 Euro beim Verkehrsunternehmen beantragen. Aber auch hier müssen Familien, die nicht in den Genuss der Kostenübernahme kommen, tief in die Tasche greifen. Der monatliche Preis für das SchokoTicket liegt bei 47,25 Euro, und für die ersten beiden Kinder gibt es Eigenanteile – für das erste Kind sind es 14 Euro, für das zweite 7 Euro. Ab dem dritten Kind entfallen die Eigenanteile für Familien, die bereits staatliche Hilfe erhalten.

Alternative Verkehrsmittel und die Herausforderungen für Familien

Das bedeutet für viele Familien, dass sie im Juli entweder auf alternative Verkehrsmittel umsteigen oder die Fahrkarten selbst zahlen müssen. Eine echte Herausforderung, gerade für einkommensschwache Haushalte, die ohnehin schon zu kämpfen haben. Die Diskussion um die Schülerbeförderung zeigt deutlich, wie wichtig es ist, dass die Bedürfnisse von Familien in der Verkehrspolitik berücksichtigt werden. Die Einführung eines generellen Schülertickets könnte hier ein erster Schritt in die richtige Richtung sein.

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Die Sommerferien stehen also vor der Tür, und während viele sich auf entspannte Tage freuen, bleibt die Frage, wie die Mobilität der Schülerinnen und Schüler in dieser Zeit gesichert werden kann. Es bleibt zu hoffen, dass die Verantwortlichen in Rheinland-Pfalz eine faire Lösung finden, die allen Familien gerecht wird.

Für weitere Informationen zu den Ticketpreisen und den Regelungen zur Schülerbeförderung können interessierte Leser:innen die offizielle Seite besuchen.