Die Kuseler RHEINPFALZ-Redaktion hat anlässlich der Burg-Woche eine Rätselserie ins Leben gerufen, die bei den Einheimischen und Besuchern gleichermaßen für Spannung sorgte. Fünf knifflige Fragen galt es zu beantworten, um das Lösungswort „Kemenate“ zu finden. Na, wer hätte gedacht, dass dieser Begriff für beheizbare Gemächer steht, die einst nur den Edelfrauen vorbehalten waren? Kemenaten waren nicht nur luxuriöse Wohnräume, sie dienten auch der ganzen Familie als Rückzugsort. Allerdings gibt es auf Burg Lichtenberg keinen Raum mehr, der diesen Titel zu Recht tragen könnte.

Besonders interessant ist die Verbindung zu Fritz Wunderlichs Kusellied, das einen der entscheidenden Buchstaben, das „K“, lieferte. Und das ist noch nicht alles! Der Raum, in dem Miroslav Klose einst den Bund fürs Leben schloss, lieferte die Buchstaben A und E. Die Rätselserie basierte auf cleveren Hinweisen und enthielt insgesamt die Buchstaben E, N, A, E, M, T, E. Der Kräutergarten auf der Unterburg gab schließlich die Buchstaben T und E preis. Auf Burg Lichtenberg stehen übrigens auch Bienenstöcke, die der Idylle des Ortes einen besonderen Charme verleihen. Mehr dazu findet man in dem ausführlichen Artikel auf der RHEINPFALZ-Website.

Was ist eine Kemenate?

Doch was genau ist eigentlich eine Kemenate? Der Begriff stammt aus dem Lateinischen „caminus“, was so viel wie Ofen oder Kamin bedeutet. Im 14. und 15. Jahrhundert erweiterte sich die Bedeutung auf Wohnbauten aus Stein mit beheizbaren Stuben. Kemenaten waren oft die Wohngebäude von Burgen, während sie in Städten als beheizbare steinerne Hinterhäuser bekannt wurden. Interessanterweise kann man in Thüringen, Sachsen und Hessen sogar noch Breitwohntürme finden, die diesen Namen tragen.

Die früheste burgenkundliche Literatur des 19. Jahrhunderts beschreibt Kemenaten als beheizbare Wohn- und Arbeitsräume. Zu dieser Zeit war der Begriff vor allem im Spätmittelalter verbreitet. Man muss sich vorstellen, dass diese Räume mit offenen Kaminen oder Kachelöfen beheizt wurden – eine Herausforderung, die mit dem Brennholzbedarf einherging und oft nur einen Raum betraf. Die Verwendung des Begriffs Kemenate ist also auch ein Stück weit eine Reise durch die Geschichte des Wohnens.

Kemenaten in der heutigen Zeit

Eingehend betrachtet, sind Kemenaten nicht nur Relikte vergangener Zeiten, sondern auch Teil der historischen Architektur. Historistische Neubauten, wie das berühmte Schloss Neuschwanstein, integrieren große Kemenaten, die oft romantisiert und mit Minnesang in Verbindung gebracht werden. In Braunschweig sind Kemenaten vom 11. bis 15. Jahrhundert archäologisch nachgewiesen, während heute nur noch neun von einst etwa 150 erhalten sind. Ein ganz besonderes Gefühl, durch solche Räume zu gehen, die so viel Geschichte atmen!

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Insgesamt bleibt die Kemenate ein faszinierendes Element der Geschichte und der Baukunst. Auch wenn sie heute nicht mehr die zentrale Rolle spielt, die sie einst hatte, ist die Verbindung zur Vergangenheit und die Art und Weise, wie Menschen früher gelebt und gewohnt haben, immer noch spürbar. Das macht die Erforschung solcher Begriffe und deren Bedeutung umso spannender und zeigt, wie tief verwurzelt unsere Kultur in diesen historischen Elementen ist.

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