Im Landkreis Mayen-Koblenz gibt es derzeit viel Aufregung um das neue Logo und Corporate Design, das die Kreisspitze stolz vorgestellt hat. Nach über 30 Jahren war es an der Zeit, das visuelle Erscheinungsbild zu modernisieren. Doch nicht jeder sieht das als Grund zur Freude. Die FDP Mayen-Koblenz hat sich lautstark zu Wort gemeldet und kritisiert die hohen Ausgaben für das neue Design. In einem wirtschaftlich schwierigen Umfeld, so die Freien Demokraten, sende das Projekt ein falsches Signal. In den Haushaltsjahren 2025/2026 sind insgesamt 255.000 Euro für das neue Corporate Design veranschlagt, von denen bereits 87.695,09 Euro ausgegeben wurden. Interessanterweise sind die Personalkosten der eigenen Mitarbeiter in dieser Summe nicht enthalten.

Die Ausgaben setzen sich unter anderem aus 61.911,06 Euro für externe Leistungen zusammen – dazu gehören Ausschreibung, Entwicklung, Umsetzungskonzept und Gestaltungshandbuch. Das neue Logo, das in Zusammenarbeit mit der Bonner Kreativagentur Schwind‘ entwickelt wurde, interpretiert das Kfz-Kennzeichen der Region als moderne Bildmarke. Die Farbwelt, bestehend aus Orange, Grün und Blau, soll die Vulkanlandschaft und die Flüsse Mosel und Rhein symbolisieren. Die ineinander übergehenden Buchstaben stehen für Vernetzung und Zusammenhalt, während das Y und K im Logo Wachstum und wirtschaftliche Dynamik symbolisieren. Ein bisschen stolz ist man anscheinend auch auf die Verbindung von Tradition und Zukunft, die Landrat Marko Boos in dem neuen Corporate Design sieht.

Kritik und Folgen

Die FDP fordert, dass die kommunalen Haushalte sparen müssen und Steuergeld verantwortungsvoll eingesetzt werden sollte. Schließlich entstehen durch das neue Corporate Design Folgekosten, etwa für Druckerzeugnisse, Neufolierung von Dienstfahrzeugen und Merchandise. Eine transparente Gesamtsumme dieser Folgekosten bleibt jedoch bislang aus. Die Freien Demokraten sehen die politische Verantwortung klar bei der SPD und Landrat Marko Boos.

Die Kritik an den Ausgaben ist nicht ganz unberechtigt, wenn man bedenkt, dass ein ausgeglichener Haushalt ein wichtiges Jahresziel für Kommunen darstellt. Im kommunalen Finanzmanagement sind leistungswirtschaftliche und finanzwirtschaftliche Aspekte eng miteinander verknüpft. Es wird daher diskutiert, ob es sinnvoll ist, in Zeiten knapper Kassen in ein neues Logo zu investieren, während die Bürger auf gute Schulen, intakte Infrastruktur und digitale Verwaltung angewiesen sind.

Ein neuer Auftritt für die Zukunft

Das neue Corporate Design umfasst ein ganzheitliches Gestaltungssystem für alle Kommunikationsmittel der Kreisverwaltung und soll die Identität des Landkreises stärken sowie die Wiedererkennbarkeit erhöhen. Die verbindlichen Farbwelten, barrierefreien Gestaltungsrichtlinien und klaren Layoutprinzipien sind dabei Teil des neuen Auftritts. Landrat Boos betont, dass damit nicht nur die Verwaltung als moderne Arbeitgeberin sichtbarer gemacht werden soll – es soll auch helfen, Fachkräfte zu gewinnen. Ob das neue Design tatsächlich die gewünschten Effekte erzielt, wird sich in der Zukunft zeigen müssen.

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Die Diskussion um die Ausgaben und die Notwendigkeit eines neuen Logos könnte die Bürger weiterhin beschäftigen. Schließlich spiegeln die Finanzen die Leistungen für die Einwohner einer Kommune wider. Entscheidungen in der Verwaltung sind also nicht nur auf dem Papier wichtig, sondern haben direkte Auswirkungen auf das Leben der Menschen vor Ort. Man darf gespannt sein, wie sich die Situation in Mayen-Koblenz weiterentwickeln wird.

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