Im Rhein-Lahn-Kreis gibt es seit dem 1. Juli 2023 eine neue Anlaufstelle für Frauen in schwierigen Lebenslagen. Die Regionale Diakonie Westerwald-Rhein-Lahn hat diese Beratungsstelle eingerichtet, die sich besonders an Frauen richtet, die Gewalt in sozialen Beziehungen erfahren haben. Ein echter Lichtblick, denn Melanie Müller und Gisela Ledwig-Gabriel stehen als Beraterinnen bereit, um den Betroffenen Orientierung und neue Lebensperspektiven zu bieten. Die Diakoniegemeinschaft Paulinenstift hat dafür satte 256.000 Euro für drei Jahre bereitgestellt. So wird diese Stelle zu einer wichtigen Ergänzung im Unterstützungssystem, auch wenn sie kein Ersatz für ein Frauenhaus ist.

Im Jahr 2024 wurden im Rhein-Lahn-Kreis 408 Fälle häuslicher Gewalt registriert. Das sind etwa 100 mehr als noch 2019. Ein alarmierender Anstieg, der zeigt, wie wichtig präventive Angebote und Hilfen sind. Die neue Beratungsstelle bietet nicht nur Unterstützung in Krisensituationen, sondern auch Informationen zu weiteren Hilfen. Wer in einer solchen Lage ist, kann sich unter der Telefonnummer 02603/962343 oder per E-Mail an [email protected] wenden.

Informationen für Betroffene: Der neue Flyer

Zusätzlich zur Beratungsstelle hat das Bündnis „FrauenSchutz“ Rhein-Lahn einen hilfreichen Flyer mit dem Titel „Wege aus der Gewalt – Hilfe für Frauen und deren Angehörige aus dem Rhein-Lahn-Kreis“ herausgegeben. Dieser Flyer, der während eines Praktikums von Ann-Kristin Fangmann gestaltet wurde, enthält eine ganze Reihe wichtiger Telefonnummern und Kontaktdaten. Sechs Seiten voller Informationen – von der Notrufnummer „110“ für akute Bedrohungssituationen bis hin zum Hilfetelefon „116016“, das anonym und rund um die Uhr in verschiedenen Sprachen erreichbar ist.

Die Informationen zu regionalen Fachberatungsstellen und Frauenhäusern sind besonders wichtig, da es im Rhein-Lahn-Kreis keine eigenen Frauenhäuser gibt. Die zuständigen Stellen befinden sich in Koblenz oder Westerburg. Der Flyer soll nicht nur Informationslücken schließen, sondern auch die Vernetzung zwischen Beratungsstellen und Fachkräften verbessern. Das Ziel ist klar: schnelle, kompetente und koordinierte Hilfe für Frauen, die in belastenden Situationen Unterstützung benötigen.

Gemeinsames Engagement für ein sicheres Umfeld

Das Bündnis „FrauenSchutz“ entstand aus einem Arbeitskreis des Frauennetzwerks Rhein-Lahn und hat sich den Themenschwerpunkt „Nein zu Gewalt an Frauen“ für das Jahr 2024 gesetzt. Ein weiteres Zeichen für das Engagement in der Region. Die steigende Zahl an Gewaltfällen in engen sozialen Beziehungen macht deutlich, dass mehr getan werden muss. Der Flyer wird bei Veranstaltungen und im öffentlichen Raum verteilt, um möglichst viele Menschen zu erreichen. Eine kommende Veranstaltung, der Tag „Nein zu Gewalt an Frauen“, findet am 25. November im Kulturhaus Kreml in Zollhaus statt.

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Die Initiativen und Angebote im Rhein-Lahn-Kreis sind ein wichtiger Schritt, um Frauen in Notlagen die Unterstützung zu geben, die sie benötigen. Es ist ermutigend zu sehen, wie verschiedene Akteure zusammenarbeiten, um die Situation für Betroffene zu verbessern. Das Thema Gewalt gegen Frauen muss weiterhin in den Fokus rücken, damit niemand in der Stille leiden muss. Diese Entwicklungen sind ein Zeichen dafür, dass man nicht allein ist und Hilfe immer greifbar ist.

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