Im Westerwaldkreis sorgt ein neues Förderprogramm für Aufsehen, das von der CDU-Kreistagsfraktion ins Leben gerufen wurde. Ziel ist die Einrichtung von Notfalltreffpunkten in den Ortsgemeinden, die im Falle von Katastrophen als zentrale Anlaufstellen dienen sollen. Bis zum Ende der Antragsfrist haben bereits 173 von 191 Ortsgemeinden einen Förderantrag eingereicht. Das Programm soll die Krisenvorsorge stärken und sicherstellen, dass die Bevölkerung im Notfall schnell und unkompliziert Hilfe erhält.
Diese Notfalltreffpunkte werden nicht nur klassische Gefahrenabwehreinrichtungen ersetzen, sondern auch als leicht zugängliche Erstanlaufstellen fungieren. Die Fördergelder können für Investitionen in die Einrichtung, Ausstattung oder den Betrieb der Treffpunkte verwendet werden. Dazu gehören unter anderem die Entgegennahme und Weiterleitung von Notfallmeldungen, die Unterstützung beim Erhalt persönlicher Kommunikationsmöglichkeiten wie das Laden von Mobiltelefonen, sowie die Organisation von Hilfen für schutzbedürftige Menschen. Darüber hinaus wird auch die Bereitstellung von Erster Hilfe und sanitären Grundversorgungsangeboten gefördert, ebenso wie die Ausgabe von Lebensmitteln und die Stärkung der Selbst- und Nachbarschaftshilfe.
Finanzielle Unterstützung und positive Effekte
Jede Ortsgemeinde kann bis zu 7.500 Euro aus dem Fördertopf beantragen, wobei insgesamt 1,5 Millionen Euro im Haushalt veranschlagt sind. Bereits 420.000 Euro wurden ausgezahlt, und weitere Anträge im Volumen von rund 877.000 Euro sind derzeit in Bearbeitung. Insgesamt fließen somit rund 1,3 Millionen Euro aus diesem Förderprogramm in Maßnahmen des Bevölkerungs- und Katastrophenschutzes vor Ort. Landrat Achim Schwickert hebt die gelungene Zusammenarbeit zwischen den Ortsgemeinden, den Verbandsgemeinden und der Kreisverwaltung hervor. CDU-Fraktionsvorsitzender Dr. Stephan Krempel betont die Bedeutung des Programms zur Stärkung der Widerstandsfähigkeit der Gemeinden.
Krisenvorsorge für alle
Die Notwendigkeit solcher Notfalltreffpunkte wird auch durch allgemeine Empfehlungen zur Krisenvorbereitung unterstrichen. Ein Ratgeber des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe bietet hilfreiche Tipps zur sicheren Bewältigung von Extremsituationen. Dabei wird empfohlen, für mindestens zehn Tage Selbstversorgung anzustreben. Eine Bevorratung für mindestens drei Tage ist ebenfalls ratsam und kann schrittweise ausgebaut werden. Persönliche Lebensmittelunverträglichkeiten und Vorlieben sollten dabei berücksichtigt werden, sodass jeder individuelle Vorrat nach eigenen Bedürfnissen zusammengestellt werden kann. Diese Maßnahmen sind nicht nur sinnvoll, sondern können auch Leben retten, wenn es darauf ankommt.
Für mehr Informationen zu den Empfehlungen zur Krisenvorbereitung besuchen Sie bitte den Ratgeber des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe.
Insgesamt zeigt das Förderprogramm im Westerwaldkreis, dass die Gemeinden aktiv an der Verbesserung ihrer Krisenvorsorge arbeiten und sich auf mögliche Notfälle vorbereiten. Das ist nicht nur ein Schritt in die richtige Richtung, sondern ein Zeichen der Verantwortung und des Zusammenhalts in der Region.