Heute ist der 28.05.2026 und die Situation für Landwirte in Deutschland, insbesondere im Saarland, wird zunehmend angespannt. Die angespannte Lage rund um die Straße von Hormus hat bereits zu höheren Preisen für stickstoffhaltige Düngemittel geführt. Die Düngemittelpreise sind stark von den Energiepreisen abhängig – und die sind bekanntlich nicht gerade stabil. So berichten Branchenvertreter, dass die steigenden Energiekosten, die insbesondere durch die laufenden Konflikte im Nahen Osten beeinflusst werden, direkt auf die Produktionskosten der Landwirte durchschlagen. Viele Betriebe hatten ihren Bedarf zwar vor dem Krieg gedeckt, doch der Einkauf für das kommende Wirtschaftsjahr steht noch bevor. Das könnte teuer werden!
Die Preise für Düngemittel sind mittlerweile deutlich über dem Niveau vor Kriegsbeginn. Störende Lieferketten und eingeschränkte Produktionskapazitäten setzen dem Markt zusätzlich zu. Die weltweite Nachfrage nach Düngemitteln bleibt hoch, was die Situation noch komplizierter macht. Die EU-Kommission hat zwar einen Aktionsplan initiiert, um Einfuhrzölle auf stickstoffhaltige Düngemittel aus Drittländern für ein Jahr auszusetzen, doch die bisherigen Maßnahmen scheinen nicht auszureichen, um eine nachhaltige Senkung der Kosten zu gewährleisten. Mehr dazu hier.
Der Einfluss des Iran-Kriegs
Die Situation wird weiter verschärft durch den Iran-Krieg, dessen Auswirkungen die Energiepreise weltweit in die Höhe treiben. Düngemittelpreise sind eng an den Gaspreis gebunden, und steigende Energiepreise führen nicht nur dazu, dass die Düngemittel teurer werden, sondern letztlich auch die Lebensmittelpreise steigen. So machen Düngemittel in vielen Ländern bis zu 50 % der Produktionskosten für Getreide aus. Da der Nahe Osten eine zentrale Rolle in der Düngemittelproduktion spielt, ist die Abhängigkeit von dieser Region besonders augenfällig. Sechs Staaten des Nahen Ostens, darunter Saudi-Arabien und Katar, produzieren fast 20 % der weltweiten Phosphatdünger und liefern rund 13 % der Düngemittelexporte.
In der aktuellen Situation, wo die Straße von Hormus faktisch geschlossen ist, wird der Transport und Export von Düngemitteln und wichtigen Rohstoffen wie Schwefel gestört. Analysten warnen sogar, dass sich die Preise für Stickstoffdünger im Falle eines langanhaltenden Konflikts verdoppeln könnten. Die Preiserhöhung für Harnstoff-Futures, die nach dem Ausbruch des Krieges von 484 auf 665 US-Dollar pro Tonne anstieg, ist ein klares Zeichen dafür, dass die Landwirte in naher Zukunft mit noch höheren Kosten rechnen müssen. Hier erfahren Sie mehr.
Auswirkungen auf die Ernährungssicherheit
Das Ganze hat natürlich massive Auswirkungen auf die Ernährungssicherheit. Laut der FAO steigt der globale Lebensmittelpreisindex, insbesondere bei Getreide, Fleisch und Pflanzenölen, nach zuvor fünf Rückgängen wieder an. Dies bringt nicht nur die Landwirte in Bedrängnis, sondern auch die Verbraucher, die spüren, dass die Preise an den Supermarktkassen steigen. In Entwicklungsländern gaben Landwirte 2023 fast 2 Milliarden USD für Düngemittel aus, während die Agrarpreise fielen. Die WFP schätzt, dass bis 2026 rund 318 Millionen Menschen mit Krisenniveau des Hungers konfrontiert sein werden. Die Abhängigkeit von Düngemitteln aus dem Nahen Osten verdeutlicht die Verwundbarkeit des Marktes und die Notwendigkeit, nachhaltige Produktionsmethoden zu fördern und weniger abhängig von Importen zu sein.
Die EU plant bereits regulatorische Maßnahmen zur Diversifizierung der Importquellen und will die präzise Landwirtschaft fördern. Eine spannende, aber auch herausfordernde Zeit für die Landwirtschaft in Europa. Hier finden Sie weitere Informationen.
