Heute ist der 29.05.2026 und im benachbarten Saarland sorgt ein Vorfall für Aufregung. Eine Mutter aus Saarbrücken wurde in der Europagalerie das Stillen ihres Babys untersagt. Das Center-Management entschuldigte sich zwar für die „entstandenen Unannehmlichkeiten“, doch die Welle der Empörung über diesen Vorfall ist nicht zu übersehen. Soziale Medien explodierten förmlich: Hebamme Astrid Kany informierte über den Vorfall und innerhalb von weniger als 20 Stunden gab es über 2500 Reaktionen. Über 300 Kommentare, vor allem von Frauen, drückten Empörung und Unverständnis aus. Die Nutzerinnen beschreiben das Geschehen als „Skandal“ und „Schande“, was die Diskussion über die Normalisierung des Stillens in der Gesellschaft neu anheizt.

Besonders interessant ist, dass Mütter bereits eine Protestaktion planen, möglicherweise ein Treffen zum gemeinsamen Stillen in der Europagalerie in der kommenden Woche. Man kann sich nur vorstellen, wie es dort zugehen wird – ein Ort, der eigentlich für Shopping und Freizeit gedacht ist, könnte plötzlich zum Schauplatz eines bedeutenden gesellschaftlichen Statements werden.

Stillen in der Öffentlichkeit: Ein gespaltenes Thema

Doch dieser Vorfall steht nicht allein. Eine Umfrage von MAM Babyartikel zeigt, dass in Österreich 19 % der Befragten sichtbares Stillen in der Öffentlichkeit ablehnen. Das ist ziemlich viel, wenn man darüber nachdenkt. Noch einmal 19 % empfinden öffentliches Stillen als unappetitlich oder unhygienisch. Und das ist noch nicht alles: 3 % möchten stillende Mütter komplett aus dem öffentlichen Leben verbannen! Gleichzeitig gibt es jedoch keine Mutter, die öffentliches Stillen als unangemessen empfindet. Ein Widerspruch, der zum Nachdenken anregt.

Die Umfrage hat auch ergeben, dass zwei von drei Müttern negative Reaktionen beim Stillen in der Öffentlichkeit erfahren haben. Das ist nicht gerade ermutigend, oder? Am 07. August 2025 plant MAM Babyartikel sogar einen „Still-Stand“ am Wiener Heldenplatz, um auf die Notwendigkeit eines gesetzlichen Schutzes für stillende Mütter aufmerksam zu machen. Eine gute Idee, wie ich finde, denn 75 % der Befragten unterstützen diesen Schutz, insbesondere unter jungen Menschen unter 30 Jahren sind es sogar 85 %! Es gibt also eine klare Mehrheit, die für mehr Rechte für stillende Mütter eintreten möchte.

Gesellschaft im Wandel

Das Thema Stillen in der Öffentlichkeit ist nicht nur eine Diskussion über persönliche Freiheiten. Es geht auch um gesellschaftliche Normen und wie wir Mütter in diesem Kontext unterstützen oder diskriminieren. In Österreich fehlen klare politische Rahmenbedingungen für das öffentliche Stillen, während in Schottland das Stillen im öffentlichen Raum seit 2005 gesetzlich geschützt ist. Es ist faszinierend zu sehen, wie unterschiedlich die Ansichten und Gesetze in verschiedenen Ländern sind.

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Die Umfrage hat auch eine Vielzahl von negativen Erfahrungen dokumentiert. Mütter berichten von unangenehmen Blicken, offenem Unverständnis und sogar verbalen Angriffen. Das sind keine guten Nachrichten, wenn man bedenkt, dass 79 % der Bevölkerung glauben, dass stillende Mütter in der Öffentlichkeit negative Reaktionen erfahren. Da bleibt nur zu hoffen, dass solche Vorfälle wie in der Europagalerie in Saarbrücken nicht der Normalfall werden und dass sich die Diskussion um das Stillen weiter öffnet und normalisiert.