In Saarlouis tut sich was! Alfred Gulden, ein kreatives Urgestein der Region, arbeitet fleißig an einer spannenden Filmreihe mit dem Titel „Flaneur“. Diese Reihe besteht aus 27 kurzen Filmen, die jeweils zwischen drei und fünf Minuten lang sind. Das Besondere daran? Diese Filme sind Teil seines Engagements als Stadtschreiber für die Jahre 2025 und 2026. Gulden hat über 100 Motive gesammelt, von denen circa 30 für die Filme ausgewählt wurden. Jedes dieser Motive trägt eine eigene Geschichte, eine besondere Anekdote, die die Seele von Saarlouis widerspiegelt. Er hält all diese Ideen in einem kleinen Notizbuch fest, das er liebevoll „Kraut-und-Rüben-Büchlein“ nennt.

Die ersten 15 Filme sind bereits fertiggestellt und werden vom 2. Juli bis 8. Oktober auf dem YouTube-Kanal der Stadt Saarlouis sowie auf seinem eigenen Kanal veröffentlicht. Die Texte für die restlichen Filme sind in trockenen Tüchern, und für die Dezember-Filme gibt es sogar schon Material. Die Filme sind nicht nur visuell ansprechend, sondern haben auch eine beobachtende und nicht wertende Sichtweise, was sie besonders macht. Christian Schu kümmert sich um die Aufnahme und den Schnitt, während Heinrich Bernd für den Ton verantwortlich ist. Und als wäre das nicht genug, hat Gulden auch alle Texte selbst eingesprochen und die Musik eingespielt – und zwar mit einer bunten Palette an Instrumenten! Das Intro der Filme zeigt ein Auge über einem Pfeil, was den Flaneur und den Betrachter symbolisiert.

Ein Blick in die Vergangenheit

Alfred Gulden, geboren am 25. Januar 1944 in Saarlouis, hat in seinem Leben schon so einiges erlebt. Nach seiner Schulzeit in Saarlouis und dem Bischöflichen Konvikt in Prüm hat er in Saarbrücken und München studiert. Seine Leidenschaft für das Theater führte ihn zu kleinen Kellertheatern in München, wo er Regie führte und selbst auftrat. 1968 gründete er die avantgardistische Theatergruppe „Vorgänge/Vorstellungen“ und war Mitbegründer des Aktionsraums 1, der als Raum für Aktions- und Konzeptkunst diente. Diese kreative Energie hat ihn bis heute nicht losgelassen.

Sein literarisches und filmisches Schaffen ist breit gefächert und thematisiert die Verbindung zur Heimat sowie die Weltläufigkeit. Besonders in seinem Roman „Greyhound“ werden diese Themen lebendig. Gulden ist nicht nur ein Schriftsteller, sondern auch ein Dramatiker, Lyriker, Lieder- und Filmemacher, der mit seinen Werken viele Preise und Ehrungen erhalten hat, darunter die Ehrenbürgerschaft der Kreisstadt Saarlouis im Jahr 2019. Im kommenden Jahr plant er zudem ein Buch über sein Jubiläum „50 Jahre Mundart“, das sicher viele Leser in den Bann ziehen wird.

Die Flaneur-Reihe und ihre Bedeutung

Die Flaneur-Reihe ist nicht nur ein Projekt, sondern ein Erlebnis, das die Stadt Saarlouis in einem neuen Licht erstrahlen lässt. Sie ist an ein früheres Projekt angelehnt, das anlässlich seines 80. Geburtstags im Jahr 2024 umgesetzt wurde. Ein besonderes Augenmerk liegt auf den Lebensumständen und Menschenschicksalen in der Großregion Lothringen-Luxemburg-Saarland-Wallonien-Rheinland-Pfalz, was Gulden zu einem wichtigen kulturellen Botschafter seiner Heimat macht. Die Kombination aus Mundart und Hochdeutsch in seinen Texten hebt die Mundartliteratur im Saarland auf ein neues Niveau. Viele seiner Werke, wie „Saarlouis Blues“ oder „Die Leidinger Hochzeit“, spiegeln die kulturelle Vielfalt und die Herausforderungen der Region wider.

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Gulden lebt seit über 40 Jahren mit seiner Frau in Wallerfangen und hat auch eine Wohnung in München. Es ist diese Verbindung zu beiden Orten, die seinen Blick auf die Welt prägt. Seine Filme und Theaterstücke, die oft die Geschichte seiner Heimatstadt Saarlouis thematisieren, bringen die Menschen zusammen und fördern das kulturelle Verständnis. Die bevorstehende Veröffentlichung seiner Filmreihe wird mit Sicherheit einen weiteren Meilenstein in seinem beeindruckenden Lebenswerk darstellen. Wer also ein bisschen mehr über Saarlouis erfahren möchte, sollte unbedingt einen Blick auf die Flaneur-Reihe werfen. Vielleicht entdeckt man ja das ein oder andere vertraute Motiv!

Wer mehr über Alfred Gulden erfahren möchte, findet eine ausführliche Übersicht über sein Leben und Werk in der Saarbrücker Zeitung sowie auf Wikipedia und Literaturland Saar.

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