Heute ist der 21.04.2026 und in Sachsen-Anhalt wurden die diesjährigen Landesdenkmalpreise verliehen. Kulturstaatsminister Rainer Robra übergab die begehrten Auszeichnungen in einer feierlichen Zeremonie in Magdeburg. Preisträger sind zwei Einzelpersonen und ein besonders aktiver Verein, der sich dem Erhalt und der Pflege von Kulturdenkmälern widmet.
Der Verein „Walbecker Geschichte und Heimatpflege“ wurde für sein bemerkenswertes Engagement für den Wiederaufbau und Erhalt des Wachturms an der ehemaligen Grenze zwischen der DDR und der BRD nahe Walbeck ausgezeichnet. Der Walbecker Grenzturm ist einer der wenigen Türme, die nach der Wende erhalten geblieben sind. Interessanterweise wurde der Turm im Jahr 2009 an eine Privatperson verkauft, ohne dass die Kommune oder die Denkmalbehörden darüber informiert wurden. Um den Turm wieder aufzustellen und als Ort der Erinnerung zu bewahren, gründete sich der Verein. Heute ist der Turm Teil des Biotopverbunds „Grünes Band“ und fungiert als Denkmal, Mahnmal und Erinnerungsort.
Weitere Preisträger und deren Engagement
Zusätzlich zu dem Walbecker Verein wurden auch Guido Schwarzendahl, Vorstand des Bauvereins Halle und Leuna, sowie Gerhard Christ ausgezeichnet. Schwarzendahl erhielt die Ehrung für sein Engagement in Halle-Neustadt, wo er sich für den Erhalt und die denkmalgerechte Sanierung der Bausubstanz einsetzt. Gerhard Christ wurde für sein ehrenamtliches Engagement in der archäologischen Denkmalpflege und der Erforschung der Stadtgeschichte von Aschersleben geehrt. Er führt Ausgrabungen durch, betreibt Archivarbeit und erforscht historische Quellen.
Der Landesdenkmalpreis wird alle zwei Jahre verliehen und ist mit 2.500 Euro pro Einzelpreis sowie 7.500 Euro für den Gruppenpreis dotiert. Diese Auszeichnungen unterstreichen die Bedeutung von Denkmalpflege in Sachsen-Anhalt und die wertvolle Arbeit, die von engagierten Bürgerinnen und Bürgern geleistet wird.
Die Rolle des Landesamts für Denkmalpflege und Archäologie
Das Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie (LDA) Sachsen-Anhalt, welches eine nachgeordnete Behörde der Staatskanzlei und des Ministeriums für Kultur des Landes Sachsen-Anhalt ist, spielt eine zentrale Rolle in der Denkmalpflege des Bundeslandes. Gegründet am 1. Januar 2004, hat das LDA die Aufgaben der früheren Ämter für Denkmalpflege und Archäologie zusammengeführt. Es ist zuständig für die wissenschaftliche Erfassung, Erforschung und Dokumentation der Kulturdenkmale in Sachsen-Anhalt und bietet umfassende fachliche Beratung sowie Unterstützung bei Restaurierungs- und Konservierungsarbeiten.
Das LDA fördert nicht nur die Erhaltung von Denkmälern, sondern auch die Vermittlung von Wissen über die menschliche Vergangenheit und setzt sich für eine offene, respektvolle Gesellschaft ein. Es ist ein Ort des Lernens und Austauschs, der sich an Bürgerinnen und Bürger Sachsen-Anhalts sowie an ein internationales Publikum richtet. Die Arbeit des LDA erfolgt im Einklang mit dem Denkmalschutzgesetz des Landes und der freiheitlichen demokratischen Grundordnung der Bundesrepublik Deutschland.
Die Ehrungen und die kontinuierliche Arbeit des LDA zeigen, wie wichtig die Pflege von Kulturdenkmälern für die Identität und das Geschichtsbewusstsein einer Region ist. Weitere Informationen über das Landesamt und dessen Aktivitäten finden Sie auf der offiziellen Website hier.