Am Montag, den 9. April, kam es in Roßbach im Saalekreis zu einem beachtlichen Warnstreik, der die Produktion beim Unternehmen MEG, einem der größten Flaschenproduzenten Deutschlands, stark beeinträchtigte. Die Gewerkschaft NGG hatte die Beschäftigten ab 6 Uhr mobilisiert, und rund 30 Mitarbeiter aus der Frühschicht legten ihre Arbeit nieder. Während die Deckelproduktion komplett stillstand, lief bei den Flaschen immerhin ein Notbetrieb. MEG stellt jährlich mehrere Milliarden Flaschenrohlinge für den Lidl-Konzern her, und dass die Arbeit an einem solch wichtigen Standort plötzlich zum Stillstand kam, spricht Bände über den aktuellen Tarifstreit in der Ernährungswirtschaft.

Die Gewerkschaft NGG fordert eine Angleichung der Löhne für die Beschäftigten in Sachsen-Anhalt an die ihrer westdeutschen Kollegen. Immerhin gibt es Unterschiede von mehreren hundert bis über 1.000 Euro im Monat, die seit 36 Jahren bestehen. Ein Umstand, der als absolut inakzeptabel empfunden wird. In der letzten Zeit gab es auch bei anderen Unternehmen wie Rotkäppchen in Freyburg ähnliche Warnstreiks. Die NGG hat in den letzten Wochen immer wieder auf die ungleiche Bezahlung hingewiesen und fordert, dass die Löhne der Beschäftigten endlich angeglichen werden.

Der Fortlauf des Arbeitskampfes

Der Warnstreik in Roßbach ist Teil eines größeren Arbeitskampfes, der sich bereits seit dem 9. April entfaltet. Die Beschäftigten des Getränkeherstellers MEG Jessen setzen ihren Arbeitskampf fort. Der zweite Streik begann ebenfalls um 6 Uhr und soll bis zum 11. April um 14:15 Uhr andauern. Auch hier stehen die Produktionslinien für Lidl und Kaufland still. Das Arbeitsgericht Halle wies den Antrag des Unternehmens auf einstweilige Verfügung ab, nachdem MEG versucht hatte, den ersten Streik am Standort Leißling einzuschränken. Auffallend ist, dass die angekündigte Berufung des Unternehmens nicht eingereicht wurde, was einiges über die Nervosität der Geschäftsführung aussagt.

Die Streikbeteiligung ist groß und zeigt die Unzufriedenheit der Beschäftigten. NGG-Verhandlungsführer Uwe Ledwig appelliert an Dieter Schwarz, eine Lösung am Verhandlungstisch zu suchen. „Wir sind hier, um faire Löhne zu fordern“, so Falk Tietze, ein Mitglied der NGG-Tarifkommission. Die Beschäftigten verlangen nicht nur eine Angleichung ihrer Löhne, sondern auch Schritte zur Verbesserung ihrer Arbeitsbedingungen. Diese Forderungen sind nicht nur verständlich, sondern auch notwendig, um die Kluft zwischen Ost und West zu überbrücken.

Die Situation rund um die MEG und die damit verbundenen Streiks ist ein deutliches Zeichen für die Herausforderungen, die viele Beschäftigte in der Ernährungswirtschaft derzeit erleben. Die ungleiche Bezahlung für gleiche Arbeit ist ein Thema, das nicht nur in Sachsen-Anhalt, sondern in ganz Deutschland diskutiert werden muss. Inmitten dieser Auseinandersetzungen bleibt abzuwarten, wie die nächsten Verhandlungen am 18. Mai verlaufen werden und ob die Forderungen der NGG Gehör finden werden. Die Beschäftigten haben gezeigt, dass sie bereit sind, für ihre Rechte und eine gerechte Bezahlung zu kämpfen – und das ist ein starkes Signal in dieser oft umkämpften Branche.

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