Im Landkreis Stendal, einer Region in Deutschland, gibt es derzeit besorgniserregende Nachrichten aus der Welt der Bienen. Der Landkreis hat einen neuen Sperrbezirk aufgrund der Ausbreitung der Amerikanischen Faulbrut (AFB) eingerichtet. Diese Erkrankung der Bienenbrut führt dazu, dass die Brut absterben kann, was für Imker und die gesamte Bienenzucht eine ernste Bedrohung darstellt. Die ersten Anzeichen von AFB wurden bereits am 8. Oktober 2025 in einem Bienenstand im Ortsteil Borstel festgestellt. Was zunächst wie ein lokales Problem erschien, hat sich nun ausgebreitet und erfordert umfangreiche Maßnahmen.

Die Ausbreitung der AFB wurde im Süden von Stendal nachgewiesen. Der neue Sperrbezirk umfasst die nördlichen Ortsteile Borstel und Uenglingen sowie die südlichen Teile von Wahrburg und Bindfelde. Alle Bienenvölker innerhalb dieses erweiterten Sperrbezirks müssen ab sofort amtstierärztlich untersucht werden. Eine Allgemeinverfügung wurde erlassen, um die Ausbreitung der Seuche einzudämmen. Im Rahmen dieser Verfügung müssen Bienenhalter ihre Bienenvölker melden und bei den amtlichen Untersuchungen kooperieren. Bewegliche Bienenstände dürfen nicht aus dem Sperrbezirk entfernt werden, und bestimmte Materialien, wie Wachs und Waben, dürfen nur unter festgelegten Bedingungen transportiert werden.

Die Bedrohung durch die Amerikanische Faulbrut

Die Amerikanische Faulbrut ist eine ansteckende Bienenseuche, die in den letzten Jahren in Deutschland erhebliche Bienenverluste verursacht hat. Trotz intensiver Bekämpfungsmaßnahmen konnte die Seuche nicht vollständig eingedämmt werden. Dies liegt zum Teil an der Widerstandsfähigkeit des Erregers, der durch Sporen übertragen wird. Diese Sporen sind extrem robust und können über viele Jahre infektiös bleiben. Der Übertragungsweg ist vielfältig: von Bienen zu Bienen, durch den Austausch von Bienenmaterial oder sogar durch längere Lagerung von infiziertem Material.

Die Situation ist besonders bedenklich, da die Symptome eines Ausbruchs oft erst spät erkennbar sind. Imker sind gesetzlich verpflichtet, Ausbrüche der AFB zu melden, doch viele führen keine routinemäßigen Laboruntersuchungen durch, was die Identifizierung infizierter Völker erschwert. Imker und Bienenhalter müssen also aktiv an der Bekämpfung der Seuche mitwirken. Es bleibt zu hoffen, dass die aktuellen Maßnahmen im Landkreis Stendal erfolgreich sind und die Ausbreitung der AFB gestoppt werden kann.

Was bedeutet das für die Imker?

Für die Imker im Sperrbezirk bedeutet dies viel. Sie sind gefordert, ihre Bienenvölker genau zu überwachen und alle erforderlichen Angaben zur Bienenhaltung – wie die Anzahl der Bienenvölker und deren Standorte – an die Veterinärbehörde zu melden. Die Kontaktinformationen der zuständigen Behörde sind: Landkreis Stendal, Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt, Arnimer Straße 1-4, 39576 Hansestadt Stendal. Wer Fragen hat, kann sich unter der E-Mail-Adresse veterinaeramt@landkreis-stendal.de oder telefonisch unter 03931 607712 melden.

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Eine positive Nachricht gibt es jedoch: Honig von Bienenvölkern, die im Sperrbezirk stehen, kann weiterhin als Lebensmittel genutzt werden, da Menschen nicht empfänglich für den Erreger sind. Dennoch bleibt die Situation angespannt, und die Maßnahmen zur Eindämmung der Amerikanischen Faulbrut gelten bis auf Widerruf. Die nächsten Wochen werden entscheidend sein, um zu sehen, ob die ergriffenen Schritte Früchte tragen und die Bienenpopulation in der Region stabil bleibt.