Heute ist der 14.05.2026, und in Stendal, Deutschland, gibt es aufregende Neuigkeiten aus der Welt der Genossenschaften. Ein bedeutendes Ereignis fand kürzlich statt: 56 Prozent der Genossenschafter stimmten für die Abspaltung des Warenbereichs der VR Plus Altmark. Nach intensiven Diskussionen – mehr als acht Stunden lang – wurde das Ergebnis klar: 1.100 Ja-Stimmen standen 832 Nein-Stimmen gegenüber. Diese Entscheidung betrifft rund 600 Mitarbeiter, und die Abtrennung sowie der Verkauf der Standorte wird nun zügig vorangetrieben.
Der Vorstand der Genossenschaft, vertreten durch Thorsten Briest, betont, dass diese Maßnahme notwendig sei, um der Beobachtung durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungen (Bafin) und die Genossenschaftskontrolle zu entkommen. Die Gespräche zur Veräußern und Verpachtung der 40 Standorte im Warenbereich werden fortgeführt, während das operative Geschäft in den betroffenen Bereichen unverändert weiterläuft. Doch nicht alle sind mit dieser Entwicklung einverstanden. Landwirt Theodor Aue übt scharfe Kritik und vergleicht die Auswahl von Bankern im Aufsichtsrat mit einer fehlgeleiteten Prioritätensetzung. André Stallbaum, Vorsitzender des Kreisbauernverbands in Stendal, sieht die Entwicklungen als dramatisch für die Landwirte in der Region und befürchtet gravierende Folgen durch den Wegfall eines wichtigen Geschäftspartners. Er warnt vor steigenden Preisen für landwirtschaftliche Produkte.
Übernahme durch Genossenschaft: Ein anderes Modell
Doch während in Stendal die Zukunft der Genossenschaftsbank ungewiss bleibt, gibt es ein inspirierendes Beispiel aus der IT-Branche. Die Firma Iteratec, gegründet 1996 von den aktuellen Inhabern, hat einen ganz anderen Weg eingeschlagen. Hier schloss man einen Verkauf an Dritte aus, um die Unternehmenskultur und die Perspektiven der Mitarbeitenden zu bewahren. Stattdessen haben die Mitarbeitenden die Genossenschaft nurdemteam eG gegründet, um das Unternehmen selbst weiterzuführen.
Die Genossenschaft übernimmt schrittweise die Anteile an der iteratec GmbH, beginnend mit 49 % im Jahr 2019. Die Finanzierung dieser Übernahme erfolgt durch ein Darlehen der Gründer, das mit Gewinnausschüttungen zurückgezahlt wird. Bis 2027 soll die Genossenschaft dann die restlichen 51 % übernehmen. Interessanterweise können alle Mitarbeitenden Mitglied der nurdemteam eG werden; bereits 300 von 500 Mitarbeitenden sind beigetreten – das zeigt den starken Zusammenhalt und das Engagement! In den ersten Jahren lag der Fokus auf organisatorischen Fragen, doch jetzt stehen zukünftige Perspektiven und Investitionen der Gewinnausschüttungen auf der Agenda.
Ein Blick auf die Zukunft
Beide Szenarien zeigen, wie unterschiedlich Genossenschaften agieren können – von der Abspaltung und Unsicherheit in der VR Plus Altmark bis hin zu einem erfolgreichen Modell der Selbstverwaltung bei Iteratec. Die Entwicklungen in Stendal werfen Fragen auf, die auch für andere Regionen von Bedeutung sein könnten. Wie wichtig sind starke, genossenschaftliche Strukturen in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit? Und wie können Mitarbeitende aktiv an der Zukunft ihres Unternehmens mitgestalten? Die Antworten darauf könnten entscheidend für die Zukunft der Genossenschaften in Deutschland sein.