Das Kunstmuseum Moritzburg in Halle, ein Ort voller Kunst und Geschichte, steht vor einem aufregenden Umbruch. Ab Herbst 2028 wird es für fünf Jahre ins ehemalige Kaufhof-Gebäude am Halleschen Markt umziehen. Der Grund für diesen Umzug? Eine umfassende Sanierung der Moritzburg selbst, die dringend nötig ist. Die Brücke, die als einziger Zugang zur Moritzburg dient und aus dem Jahr 1616 stammt, weist statische Mängel auf. Auch das Dach ist sanierungsbedürftig und die technische Infrastruktur muss auf den neuesten Stand gebracht werden. Ingesamt fließen rund 25 Millionen Euro in diese Maßnahmen, die durch ein Sonderinvestitionsprogramm (SIP) von Bund und Land finanziert werden. Das klingt nach einer gewaltigen Summe, aber wenn man bedenkt, wie wichtig Kulturdenkmäler sind, ist das auch nötig!
Während der Interimszeit im Kaufhof-Gebäude bleibt das Silbersalz-Festival Halle, ein Höhepunkt im kulturellen Kalender, weiterhin in der Moritzburg verankert. Das gibt den Kunstliebhabern die Möglichkeit, auch in den kommenden Jahren in den Genuss von beliebten Werken zu kommen. Darunter finden sich Meisterwerke von Franz Marc, Gustav Klimt und Lyonel Feininger. Diese werden in neuen Konstellationen ausgestellt, was sicherlich für frischen Wind in der Präsentation sorgen wird. Zudem sind bis 2032 zwei Sonderausstellungen pro Jahr am Übergangsstandort geplant. Museen sind ja bekannt dafür, dass sie sich immer wieder neu erfinden, und so sieht auch Direktor Thomas Bauer-Friedrich den Umzug als Chance zur konzeptionellen und strukturellen Weiterentwicklung.
Sanierung und Interim
Die Sanierungsmaßnahmen an der denkmalgeschützten Moritzburg sind nicht nur eine Frage der Ästhetik, sondern auch der Sicherheit. Eine Sanierung bei laufendem Museumsbetrieb war einfach nicht möglich. Der Mietvertrag für das ehemalige Kaufhof-Gebäude wurde bereits im März unterzeichnet, und die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. In dieser Phase wird das Museum innovative Ausstellungs- und Vermittlungsformate erproben, was den Besuchern sicherlich neue Perspektiven eröffnet. Wer kann schon sagen, dass er in einer ehemaligen Kaufhausfläche ein Kunstmuseum besucht hat?
Was die Finanzierung anbelangt, könnte die Kulturbauten-Offensive des Bundes, die im kommenden Jahr mit 120 Millionen Euro zusätzlich vorangetrieben wird, vielleicht auch für weitere Projekte in der Region von Bedeutung sein. Kulturstaatsminister Wolfram Weimer hat die Notwendigkeit nachhaltiger Investitionen in kulturelle Einrichtungen und Kulturdenkmäler hervorgehoben. Das, was in Halle passiert, könnte also Teil eines größeren Trends sein, der die Kulturlandschaft in Deutschland revitalisieren soll. Mit den bereitgestellten Mitteln könnten nicht nur Museen, sondern auch Schlösser und andere bedeutende Bauwerke in die Zukunft geführt werden.
So bleibt abzuwarten, wie sich die Sanierung der Moritzburg entwickeln wird. Es ist ein spannender Prozess, und die Vorfreude auf die neue Präsentation ab 2033 wächst. Bleibt nur zu hoffen, dass die Bauarbeiten reibungslos verlaufen und die Kunstliebhaber in Halle bald wieder in die ehrwürdigen Hallen der Moritzburg zurückkehren können. Mehr Informationen dazu finden Sie hier.
