In Bischofswerda, einer kleinen Stadt nicht weit von Bautzen, gibt es momentan einen ganz besonderen Grund zur Vorsicht. Spaziergänger im Luthgerpark klagen über unangenehme Hautreizungen und kleine Quaddeln. Der Übeltäter? Die Goldafter-Raupe, die mit ihren Brennhaaren für heftige allergische Reaktionen sorgen kann. Zwei Betroffene, darunter ein Kind, haben bereits bei der Stadtverwaltung Alarm geschlagen. Stadtsprecher Sascha Hache hat die Situation bestätigt und die ersten Schritte zur Bekämpfung eingeleitet.

Um den Schädling näher zu identifizieren, haben zwei Mitarbeiter der Stadt sogar künstliche Intelligenz eingesetzt. Das Landratsamt Bautzen hat das Vorkommen der Goldafter-Raupe offiziell bestätigt, und ein massiver Befall wurde im Lutherpark sowie am Rammenauer Steg entlang der B98 festgestellt. Als Reaktion darauf wurden der Lutherpark und der Spielplatz umgehend gesperrt. Auch die betroffenen Bäume am Rammenauer Steg wurden mit Bauzäunen abgesperrt, um Fußgänger und Radfahrer zu warnen, vorsichtig zu sein.

Die Goldafter-Raupe und ihre Gefahren

Die Goldafter (Euproctis chrysorrhoea) ist ein heimischer Nachtfalter, dessen Raupen sich als wahre Plage herausstellen können. Diese können bis zu 4,5 cm lang werden und sind graubraun gefärbt, mit auffälligen weißen und roten Längsstreifen. Ihre Brennhaare enthalten Nesselgift, das nicht nur Hautreizungen, sondern auch Atemwegsbeschwerden verursachen kann. Besonders perfide: Die Härchen können sich an Kleidung festsetzen und durch den Wind verbreitet werden. Das macht es leicht, unbemerkt in Kontakt mit ihnen zu kommen.

Bereits jetzt wird klar, dass sich die Raupen in den nächsten zwei bis drei Wochen verpuppen werden. Die Stadt hofft, dass die Gefahr damit verringert wird. Im Juni ist die Verpuppung abgeschlossen, und es wird auf eine Entwarnung gewartet. Ein Nest kann bis zu 1000 Raupen beherbergen, die ganze Bäume kahl fressen können – ein massives Problem für die lokale Flora.

Vorbeugende Maßnahmen und Bekämpfung

Was kann man tun, wenn man Kontakt mit diesen Brennhaaren hatte? Ruhe bewahren ist das Wichtigste. Kontaminierte Kleidung sollte bei mindestens 60 °C gewaschen werden. Kratzen ist tabu, stattdessen sollte man die Augen mit Wasser ausspülen und betroffene Haut kühlen. Bei starkem Juckreiz sind Antihistaminika ratsam, und bei anhaltenden Beschwerden sollte ein Arzt aufgesucht werden.

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Die Bekämpfung der Goldafter-Raupe ist allerdings kein leichtes Unterfangen. Die Stadt Bischofswerda hat festgestellt, dass Methoden wie biologisches Spritzmittel oder Fadenwürmer zu aufwendig sind. Stattdessen setzen sie auf natürliche Prozesse und Sperrungen, um die Raupenpopulation zu kontrollieren. Es bleibt abzuwarten, ob diese Strategie aufgeht, denn die Raupen haben ein breites Wirtsspektrum mit etwa 40 Gehölzarten – ein wahrer Feinschmecker der Natur!

Die Goldafter-Raupe hat sich sozusagen im Leben der Anwohner eingenistet, und es wird spannend zu sehen, wie die Stadt mit dieser Herausforderung umgeht. Die nächsten Wochen versprechen, in dieser Hinsicht aufregend zu werden.