Heute ist der 3.05.2026 und wir blicken nach Sachsen-Anhalt, wo sich ein besorgniserregender Trend abzeichnet. Immer mehr Kinder und Jugendliche benötigen dort eine Schulbegleitung. Die Antragszahlen steigen rasant, und die Wartezeiten sind alles andere als kurz. Ende 2020 erhielten rund 800 Kinder eine Schulbegleitung, aber bis Oktober 2025 waren es bereits über 1.140 – das ist ein Anstieg von 40% in nur fünf Jahren! In Halle hat sich die Zahl der Anträge sogar mehr als verdoppelt – von 50 im Jahr 2023 auf 106 im Jahr 2025. Die Genehmigungen stiegen ebenfalls, von 41 im Jahr 2023 auf 67 im Jahr 2025.

Dieses Phänomen betrifft nicht nur Halle, sondern auch Landkreise wie Altmarkkreis Salzwedel, Burgenlandkreis und Landkreis Wittenberg. Das Schulsystem wird zunehmend als überfordert beschrieben; die Schulen entwickeln sich mehr und mehr zu Orten sozialen Lernens, wo es um Integration und Unterstützung geht. In Magdeburg beispielsweise steigen die Anträge auf Leistungen zur Teilhabe an Bildung seit 2017. Ein Grund für die steigenden Zahlen sind unzureichende Ressourcen und eine unzureichende sonderpädagogische Förderung.

Die Herausforderungen der Schulbegleitung

Etwa die Hälfte der Schulbegleitungen in Magdeburg wird an Förderschulen gewährt. Die Dauer dieser Begleitungen beträgt im Durchschnitt fünf bis sieben Jahre. Das klingt nach einer langen Zeit, aber die Herausforderungen sind groß. Die Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. betreut derzeit 90 Fälle in der Region, wobei die Klienten aus den unterschiedlichsten Gesellschaftsschichten kommen. Schulbegleiter müssen sich oft im Hintergrund halten und gezielt auf die individuellen Bedürfnisse der Kinder eingehen. Doch die Voraussetzungen sind hart: Diagnosen sind notwendig, um überhaupt eine Schulbegleitung zu erhalten, was zu den langen Wartezeiten führt.

Die Kosten für Fachkräfte können sich auf bis zu 6.000 bis 7.000 Euro pro Monat belaufen. Und die Bearbeitungszeiten für Anträge – oh je! – liegen oft bei mehreren Monaten. In Halle kann es sogar bis zu einem Jahr dauern, wenn medizinische Unterlagen fehlen. Im Burgenlandkreis beträgt die durchschnittliche Bearbeitungszeit zwischen 3 und 6 Monaten, im Altmarkkreis etwa 5 Monate und in Wittenberg rund 3 Monate. Angesichts dieser Zahlen wird klar, dass Handlungsbedarf besteht.

Expertise und Lösungsansätze

Eine Expertin hat jüngst für längeres gemeinsames Lernen und Pool-Lösungen für Schulbegleiter plädiert, um den Herausforderungen besser begegnen zu können. Es gibt also nicht nur Probleme, sondern auch Ansätze, um die Situation zu verbessern. Aber wie schnell wird darauf reagiert? Und wie nachhaltig sind diese Lösungen? Fragen, die in der Zukunft dringend beantwortet werden müssen. Die Situation ist komplex, und die Betroffenen warten oft vergeblich auf Hilfe. Es bleibt zu hoffen, dass die Verantwortlichen bald die richtigen Schritte einleiten, um den Bedürfnissen der Kinder gerecht zu werden.

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