Heute ist der 7.06.2026 und in Sachsen brodelt es. Die Sorge über eine wachsende Schwarzarbeit im Handwerk, speziell im Bau- und Friseurhandwerk, nimmt zu. Andreas Brzezinski, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Dresden, hat von einer Flut an Anfragen und Hinweisen von Mitgliedsbetrieben berichtet. Besonders betroffen sind dabei die Bau- und Ausbaugewerbe sowie die Barbershops. Komischerweise gibt es immer mehr Hinweise darauf, dass unqualifizierte Betriebe Arbeiten durchführen, die sie eigentlich nicht machen dürfen – wie Maurer, die plötzlich auch Malerarbeiten anbieten. Das klingt fast wie in einem schlechten Film, ist aber bitterer Ernst.

Um dem Ganzen Herr zu werden, hat die Handwerkskammer Dresden einen runden Tisch mit Zoll, Gewerbeämtern und Landratsämtern einberufen. Dort werden gemeinsame Schwerpunktkontrollen diskutiert. Und während die Handwerkskammern in Chemnitz und Leipzig von keiner signifikanten Zunahme an Hinweisen zur Schwarzarbeit sprechen, ist die Lage in Dresden alarmierend. Hohe Steuern und Sozialabgaben werden als Hauptursachen genannt, die die Kosten für handwerkliche Arbeiten in die Höhe treiben. Joachim Ragnitz vom ifo-Institut Dresden bestätigt, dass eine schwache Konjunktur mehr Schwarzarbeit zur Folge hat, weil weniger Arbeitsplätze geschaffen werden. Das Hauptzollamt Dresden hat das Problem erkannt und führt bereits Kontrollen in den betroffenen Branchen durch.

Die Dimension der Schwarzarbeit

Im Jahr 2025 wurden beim Hauptzollamt Dresden ganze 3.500 Ermittlungsverfahren wegen Schwarzarbeit und illegaler Beschäftigung eingeleitet. Die ermittelte Schadenssumme? Rund 14 Millionen Euro! Das Ausmaß der Schwarzarbeit ist allerdings schwer zu beziffern, da sie statistisch nicht erfasst wird. Eine echte Herausforderung, könnte man sagen.

Doch es gibt Hoffnung! Der Bundestag hat ein neues Gesetz zur Bekämpfung von Schwarzarbeit und Steuerbetrug beschlossen. Ziel ist es, bis 2029 Mehreinnahmen von zwei Milliarden Euro zu erzielen. Die Finanzkontrolle des Zolls erhält erweiterte Befugnisse und bessere digitale Werkzeuge, was hoffentlich die Kontrollen effizienter macht. Eine Ausweispflicht für Beschäftigte in Friseursalons, Barbershops und sogar für Fahrer von Lieferdiensten soll helfen, neue Brennpunkte von Beschäftigung ohne Sozialabgaben und Steuern zu identifizieren. Besonders Barbershops und Kosmetikstudios stehen dabei im Fokus.

Ein Schritt in die richtige Richtung

Das neue Gesetz, das Prüfungen der Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) erleichtern soll, wurde vom Zentralverband des Deutschen Friseurhandwerks als bedeutender Schritt begrüßt. Auch eine engere digitale Vernetzung und ein besserer Datenaustausch zwischen den Behörden sind geplant. Die Verlängerung der Aufbewahrungsfrist für Buchungsbelege von acht auf zehn Jahre wird ebenfalls besprochen, um mehr Transparenz zu schaffen. Das Ministerium rechnet mit zusätzlichen Einnahmen für Bund, Länder und Sozialversicherungen bis 2029 – das klingt alles sehr vielversprechend!

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Die Situation in Sachsen ist ein Spiegelbild der Herausforderungen, mit denen sich das deutsche Handwerk aktuell konfrontiert sieht. Die Sorgen um die Schwarzarbeit sind nicht nur hierzulande zu spüren, sie werfen auch Fragen über die Zukunft der Branche auf. Ein neuer Wind weht durch die Handwerkslandschaft, und es bleibt abzuwarten, wie sich diese Maßnahmen auswirken werden.