Heute ist der 25.05.2026. In Nordfriesland gibt es Grund zur Freude! Die Rettung der Kirchenlandschaft auf Eiderstedt ist nun endgültig abgeschlossen. Ein ehrgeiziges Projekt, das die Sanierung von 16 von 18 mittelalterlichen Gotteshäusern zum Ziel hatte. Dafür wurden stolze 19,5 Millionen Euro aufgebracht. Die Kirchen, die überwiegend aus dem 11. bis 13. Jahrhundert stammen, hatten in den letzten Jahren mit einigen Herausforderungen zu kämpfen. Durch Bodenentwässerung und schädliche Zementverfugungen litt die Fundamentstabilität. Auch die Dächer waren nicht mehr in einem guten Zustand, weshalb 14 Kirchendächer mit rund 100.000 Schieferplatten neu eingedeckt wurden.
Und das Beste: Der Projektabschluss kam ein Jahr früher als geplant, trotz der Widrigkeiten, die uns die Pandemie und steigende Baukosten bescherten. Die Finanzierung wurde durch eine Mischung aus Bund, Kirche, Land und über eine Million Euro an privaten Spenden sichergestellt. Eine bemerkenswerte Leistung, die ohne das Engagement der vielen Helfer und Unterstützer nicht möglich gewesen wäre. Pastor Michael Goltz koordinierte die Aktion „Eiderstedter Schutzengel“, die es den Spenderinnen und Spendern erleichterte, aktiv zur Rettung der Eiderstedter Kirchenlandschaft beizutragen. Ein wahrhaftiger Engel in der Not!
Die Herausforderungen der Sanierung
Doch trotz dieser Erfolge bleibt eine Kirche geschlossen: Die Nikolaikirche in Kotzenbüll kann aufgrund der hohen Sanierungskosten von 3,7 Millionen Euro nicht wiedereröffnet werden. Ein Schicksal, das viele der 18 Kirchen auf Eiderstedt teilt. Die Schäden durch Witterungseinflüsse, Risse und verrottende Tragbalken sind weitreichend und bedürfen ständiger Aufmerksamkeit. Bischöfin Nora Steen berichtete kürzlich, dass die Mitgliederzahl der Nordkirche von 2 Millionen im Jahr 2017 auf 1,58 Millionen Ende 2025 gesunken ist. Prognosen zeigen einen weiteren Rückgang auf 1,42 Millionen bis 2035 und auf rund 855.000 bis 2060. Das wirft Fragen auf, wie die Zukunft der Kirchen aussehen wird.
Umso wichtiger sind neue Konzepte, die auf Eiderstedt entwickelt werden. Diese beinhalten unter anderem die Errichtung eines Gemeinschaftshauses in Witzwort sowie digitale Ausstellungen in Tating. Hier wird die Sanierung der Kirche in Tating als ein langjähriges Projekt gefeiert, das nun endlich abgeschlossen ist. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz hat sogar 20.000 Euro an die Nikolaikirche gespendet, um deren Erhalt zu unterstützen.
Ehrenamtliches Engagement und die Zukunft
Ein weiterer Lichtblick in der Situation ist der jährliche Tag der Fördervereine, der in diesem Jahr zum 24. Mal in Oldenswort stattfand. An diesem Tag engagieren sich über 2.000 Menschen, die finanziell und ehrenamtlich für den Erhalt der Kirchen kämpfen. Sönke Hansen, Vorsitzender des Fördervereins Eiderstedter Kirchen e. V., berichtete stolz von 800.000 Euro an Spenden, die für Restaurierungen zusammengekommen sind. Die Kirchen sind nicht nur Gebäude, sondern auch kulturelles Erbe und emotionale Heimat für die Gemeinschaft. Die ehrenamtlichen Mitglieder der Kirchbauvereine spielen eine entscheidende Rolle bei den Sanierungsmaßnahmen und organisieren zusätzlich kulturelle Veranstaltungen.
Die nächste Veranstaltung findet am 6. Juni 2026 in Pasewalk statt und bietet die Möglichkeit zum Austausch und zur Vernetzung. Es ist beeindruckend zu sehen, wie viel Herzblut und Engagement in die Erhaltung dieser historischen Gotteshäuser fließt, auch wenn die Herausforderungen groß sind. Die Kirchen in Eiderstedt, darunter auch beliebte Ausflugsziele wie St. Peter-Ording und Westerhever, können auf eine stolze Geschichte zurückblicken, die es zu bewahren gilt.
Wenn Sie mehr über dieses großartige Projekt erfahren möchten, besuchen Sie die ausführliche Berichterstattung auf NDR unter diesem Link.
