Heute ist der 29.04.2026 und in Nordfriesland stehen bedeutende Entscheidungen über die Zukunft der Grundschulen im Raum Bredstedt an. Der Schulverband Mittleres Nordfriesland hat die Pläne zur Optimierung des Schulangebots in den letzten zwei Jahren vorangetrieben und sieht sich nun mit der Möglichkeit konfrontiert, drei der sechs Grundschulen – Bordelum, Breklum und Joldelund – zu schließen. Diese Überlegungen wurden bei einem Infoabend in der Bredstedter Gemeinschaftsschule, an dem rund 350 Teilnehmer teilnahmen, präsentiert.
Schulverbandsvorsteher Ralph Ettrich informierte die Anwesenden über den Sanierungsbedarf der Schulen und die angestrebte grundlegende Sanierung sowie den Umbau. Die Schulanalyse soll im Jahr 2024 beginnen, während die Zusammenarbeit mit dem Berliner Architekturbüro Die Baupiloten zur Entwicklung eines neuen Raumkonzepts bereits stattfindet. Die Öffentlichkeit darf sich auf die Vorstellung des Raumkonzepts am 1. Juli 2025 freuen, wobei die Gesamtkosten für den Umbau auf etwa 40 Millionen Euro geschätzt werden.
Sanierungsbedarf und Prognosen
Von den insgesamt erforderlichen 40 Millionen Euro sind 23 Millionen Euro für den Anbau an der Gemeinschaftsschule Bredstedt vorgesehen. Derzeit besuchen 792 Schüler diese Schule, die mit Platzmangel und einem Sanierungsstau im Altbau kämpft. Für die sechs Grundschulen sind zudem 16 Millionen Euro für Sanierungsarbeiten eingeplant. Eine neue 2-Feld-Sporthalle an der Grundschule Bredstedt wurde bereits mit 3,74 Millionen Euro beschlossen.
Die Prognosen des Kreises Nordfriesland zeigen, dass die Zahl der Grundschüler von 844 auf 763 bis zum Schuljahr 2030/31 und auf 671 bis 2035/36 sinken wird, was einem Rückgang von 20% entspricht. Dies hat zur Folge, dass der Vorschlag aufkam, nur die Grundschulen in Bredstedt, Langenhorn und Drelsdorf zu erhalten, um Kosten in Höhe von etwa 4 Millionen Euro zu sparen.
Proteste und Widerstand
In Bordelum regt sich Widerstand gegen die mögliche Schließung der Grundschule. Die Anwohner äußern Bedenken bezüglich des Dorflebens und der längeren Schulwege für die Kinder. Um diesen Anliegen Gehör zu verschaffen, wurde ein Info- und Diskussionsabend am 7. Mai im BordelumHus organisiert, unterstützt vom Verein BordelumHus und dem Bildungs- und Kulturausschuss. Die nächste interne Sitzung des Schulverbands findet am 5. Mai statt, um die Rückmeldungen aus der Bevölkerung zu beraten, gefolgt von einer Grundsatzentscheidung am 25. Juni.
Diese Entwicklungen sind nicht nur für die betroffenen Schulen von Bedeutung, sondern auch für die gesamte Region, da sie die Vielfalt des Bildungsangebots und die Lebensqualität in den Dörfern beeinflussen können. Die Schließung von Schulen hat oft weitreichende Konsequenzen für die Dorfgemeinschaften, die sich nicht nur um die Bildung ihrer Kinder, sondern auch um die Zukunft des dörflichen Lebens sorgt.
Für weitere Informationen zu den aktuellen Entwicklungen im Schulbereich in Nordfriesland, können Sie die vollständigen Details auf shz.de nachlesen.