Heute ist der 19.04.2026 und in Bönningstedt, einer Gemeinde im Kreis Pinneberg, wird ein neuer Bürgermeister gewählt. Helge Tiemann, der parteilos kandidiert, ist der einzige Bewerber für das Amt. Die Wahlberechtigten, etwa 3.700 Bürger, haben die Möglichkeit, in einer Ja- oder Nein-Abstimmung über Tiemann zu entscheiden. Er benötigt eine einfache Mehrheit der Ja-Stimmen, um die Wahl zu gewinnen.
Helge Tiemann, 39 Jahre alt und ein erfahrener Verwaltungsrechtler, stammt aus einer Bürgermeisterfamilie – sowohl seine Mutter als auch sein Großvater haben bereits in dieser Funktion gedient. Sollte Tiemann die Wahl gewinnen, wird er am 1. Oktober 2026 das Amt des hauptamtlichen Bürgermeisters antreten, was eine Premiere für die Gemeinde darstellt. Bisher waren die Bürgermeister ehrenamtlich tätig. Der Grund für die Umstellung auf eine hauptamtliche Stelle war der Rücktritt des letzten Bürgermeisters sowie das Fehlen eines Nachfolgers. Die Entscheidung zur Einführung dieser Stelle wurde im vergangenen Sommer einstimmig von der Gemeindevertretung getroffen.
Wahlmodus und Themen
Die Wähler haben heute von 8 bis 18 Uhr die Möglichkeit, ihre Stimme abzugeben. Die Wahllokale befinden sich in der Grundschule sowie in einem beweglichen Wahlvorstand im Fasanenhof. Ein vereinfachtes Briefwahlverfahren mit QR-Code ist ebenfalls verfügbar; der letzte Termin für Briefwahlanträge war am Freitag, dem 17. April, um 12 Uhr. Tiemann hat bereits Erfahrungen in der Verwaltung gesammelt und war seit 2023 Pressesprecher der Stadt Quickborn.
Zu den Themen, die Tiemann voranbringen möchte, zählen Mobilität, Verkehr, die Entwicklung des Ortes, die Schaffung von Gewerbeflächen und die Vernetzung von Vereinen sowie Initiativen. Tiemann plant, den Fokus insbesondere auf den Verkehr zu legen, um die Lebensqualität in Bönningstedt zu verbessern.
Finanzielle Aspekte und Wahlfolgen
Die Kosten für die hauptamtliche Stelle des Bürgermeisters belaufen sich auf etwa 120.000 Euro pro Jahr und werden durch den Gemeindehaushalt gedeckt. Tiemann würde in die Besoldungsgruppe A15 eingestuft, was einem Grundsold von rund 7.600 Euro entspricht. Falls Tiemann bei der Wahl eine Niederlage erleidet und mehr Nein-Stimmen erhält, müsste die Gemeinde neue Wahlvorschläge einholen und einen neuen Wahltermin festlegen.
Die Ergebnisse der Wahl werden auf der Homepage quickborn.de veröffentlicht. Die Entscheidung für einen hauptamtlichen Bürgermeister spiegelt die wachsenden Anforderungen und Herausforderungen wider, die an die lokale Verwaltung gestellt werden. Es bleibt abzuwarten, ob Tiemann das Vertrauen der Wähler gewinnen kann und welche Veränderungen seine Amtszeit mit sich bringen wird.