In Schleswig-Flensburg gibt es Grund zur Freude! Am Schleiufer wurde jüngst die Edelstahl-Skulptur „Die Flügel am Wegesrand“ der talentierten Künstlerin Franziska Opel feierlich enthüllt. Diese besondere Kunstinstallation entstand in enger Kooperation mit der Hospizstiftung von Renate und Günther Meier sowie den Landesmuseen Schleswig-Holstein. Bei der Enthüllung am Mittwoch waren zahlreiche Förderer der Hospizarbeit anwesend, was dem Ereignis eine warme und gemeinschaftliche Note verlieh.
Die Skulptur selbst, bestehend aus zwei hochglanzpolierten Edelstahlformen, strahlt eine beeindruckende Leichtigkeit aus. Sie stehen offen und einander zugewandt am Wegesrand, laden dazu ein, innezuhalten und über das Wesentliche nachzudenken. Vorsitzender der Hospizstiftung, Enno Körtke, betonte in seiner Ansprache die Bedeutung, die diese Skulptur für die Auseinandersetzung mit dem Thema Hospizarbeit hat. „Die Flügel“ sollen Sichtbarkeit für Trauer und Tod schaffen – ein Thema, das oft im Schatten unserer Gesellschaft steht.
Symbolik und Bedeutung
Was diese Skulptur so besonders macht, ist die Formensprache, die an Flügel, Segel und Tore erinnert. Sie symbolisiert Bewegung und Öffnung, bietet somit einen Raum für Verweilen, Reflexion und Begegnung. Der Edelstahl reflektiert nicht nur Himmel und Wasser, sondern auch die Menschen, die sich der Skulptur nähern. Es ist fast so, als würde die Kunst in Dialog mit den Betrachtern treten, sie einladen, über das Leben und den natürlichen Prozess des Sterbens nachzudenken.
Die beiden identischen Elemente der Skulptur stehen für die Beziehung und Spiegelung zwischen Leben und Tod sowie zwischen den Begleitenden und denjenigen, die gehen. Der Zwischenraum zwischen den „Flügeln“ ist mehr als nur ein physischer Raum – er lädt zum Erinnern und Nachdenken ein. Hier, an der Promenade, wo Licht und Wasser eindrucksvoll reflektiert werden, könnte sich ein markanter Ort für die Öffentlichkeit entwickeln, der die Themen Endlichkeit, Erinnerung und Verbundenheit künstlerisch thematisiert.
Öffentliche Trauerkultur
Die Enthüllung der Skulptur fällt in einen größeren Kontext der Trauerkultur im öffentlichen Raum. Gedenkorte sind heutzutage vielfältig und erinnern an Menschen sowie tragische Ereignisse. Sie beeinflussen, wie wir als Gesellschaft mit Trauer umgehen. Diese Orte, oft ehrenamtlich besucht und gepflegt, fügen sich harmonisch in das Stadt- und Straßenbild ein. Die Trauerhaltestelle in Hamburg ist ein Beispiel, wie Friedhöfe nicht nur Gräber, sondern auch Plätze für öffentliche Trauerkultur sein können.
Interessant ist, dass Studierende der Universität Hamburg von 2023 bis 2024 Orte und Phänomene im öffentlichen Raum untersuchen, die neue Wege des Trauerns und Gedenkens darstellen. Das Projekt unter der Leitung von Prof. Norbert Fischer zeigt, dass es einen sich verändernden Umgang mit Trauer gibt, der in den kommenden Jahren noch weiter erforscht wird. Die Ergebnisse werden 2025 in einem Sammelband veröffentlicht, was die Relevanz dieser Themen unterstreicht.