Heute ist der 28.04.2026. In Schleswig-Flensburg steht die elektrische Seilfähre „Missunde III“ kurz vor ihrem Betriebsstart. Nach einer Verzögerung von etwa zwei Jahren hat die Fähre am Montag ihr vorläufiges Fährzeugnis erhalten. Der planmäßige Betrieb soll am Mittwoch, den 29. April 2026, beginnen und die Fähre wird zwischen Missunde im Kreis Rendsburg-Eckernförde und Brodersby im Kreis Schleswig-Flensburg verkehren. Diese Fährverbindung ist von großer Bedeutung für die Region und wird viele Pendler unterstützen.

Die Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz (LKN) bezeichnet den Start der „Missunde III“ als Testphase. Zu Beginn wird die Fähre allerdings keine Fahrzeuge über 7,5 Tonnen zulassen; mittelfristig strebt man eine Zulassung für Fahrzeuge bis zu 25 Tonnen an. Ein weiteres Sicherheitsmerkmal ist, dass die Fähre aus Sicherheitsgründen von zwei Fährleuten gesteuert werden muss.

Herausforderungen und Kosten

Die Gesamtkosten des Fährprojekts belaufen sich auf über 6,5 Millionen Euro, was eine erhebliche Überschreitung der ursprünglichen Kalkulation von 2,5 Millionen Euro darstellt. Diese Kostenexplosion ist unter anderem auf Probleme beim Anlegen zurückzuführen, die behoben wurden, indem Anlegekeile nachgebessert und stabilisiert wurden. Die Verantwortung für mögliche Fehlkonstruktionen wird derzeit rechtlich überprüft, und die Opposition im Kieler Landtag, vertreten durch den FDP-Politiker Bernd Buchholz, kritisiert das Projekt scharf und fordert eine umfassende Prüfung der Kosten und Verantwortlichkeiten.

Die vorläufige Fährgenehmigung gilt bis Ende August 2026. Bis zu diesem Zeitpunkt müssen alle festgestellten Mängel behoben werden, die von der Schiffsuntersuchungskommission der GDWS identifiziert wurden. Zudem wird eine Erhöhung der Fahrpreise in Erwägung gezogen, was für Pendler und Nutzer der Fähre ebenfalls von Bedeutung sein könnte.

Technische Anpassungen und Umbauten

Die Umbauten in Kiel umfassten unter anderem eine Erhöhung der Batteriekapazität sowie den Einbau von vier Querstrahlrudern, um die Manövrierfähigkeit der Fähre zu verbessern. Diese technischen Anpassungen haben Kosten von rund 1,3 Millionen Euro verursacht. Trotz aller Herausforderungen ist der Testbetrieb ein wichtiger Schritt in Richtung einer umweltfreundlicheren Verkehrsinfrastruktur in der Region.

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Statistische Einordnung

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Die „Missunde III“ könnte somit nicht nur die Mobilität in Schleswig-Flensburg verbessern, sondern auch einen weiteren Schritt in die Richtung eines modernen und nachhaltigen Verkehrssystems darstellen. Die kommenden Tage werden zeigen, wie sich der Betrieb der neuen Fähre entwickeln wird und ob die angestrebten Ziele erreicht werden können.