In Schleswig-Flensburg ist es derzeit „alle Hände voll zu tun“. Die Schleifähre „Missunde III“, die zwischen Brodersby und Kosel verkehrt, fällt mal wieder aus. Das hat die Region schwer getroffen. Die Fähre wurde erst Ende April in Betrieb genommen, nach monatelangen Verzögerungen, und nun steht sie wegen eines defekten Antriebsriemens wieder still. Das sind einfach nicht die Nachrichten, die sich die Anwohner wünschen – besonders nicht zu Pfingsten, einem der wichtigsten Tage für Tourismus und Wirtschaft. Das hat auch die 13 kommunalpolitisch engagierten Bürger auf den Plan gerufen, die nun die Rückkehr der alten Fähre „Missunde II“ fordern. Ihr offener Brief richtet sich an Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen, Umweltminister Tobias Goldschmidt und Ministerpräsident Daniel Günther.
Die Unterzeichner, darunter Bürgermeister und Amtsvorsteher, haben es nicht leicht. Sie treten nicht in ihrer offiziellen Rolle auf, sondern als besorgte Bürger, die um ihre Region kämpfen. Denn die Auswirkungen des Fährausfalls sind alles andere als leicht zu tragen. Autofahrer müssen die Schlei umfahren – und das ist besonders unangenehm, da auch die nahegelegene Lindaunisbrücke gesperrt ist. Das ist wirklich ein Worst-Case-Szenario, wie der Betreiber der Marina Brodersby treffend bemerkt hat.
Die „Missunde II“ und die Zukunft der „Missunde III“
Ein Konzept zur Modernisierung der „Missunde II“ soll her, um die Fähre für die nächsten 15 bis 20 Jahre einsatzbereit zu machen. Das Verkehrsministerium hat immerhin Verständnis für den Unmut der Bürger, betont aber, dass man erst die Ingenieure konsultieren müsse, bevor man Entscheidungen trifft. Der Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz Schleswig-Holstein (LKN.SH) wartet aktuell auf neue Antriebsriemen, deren Lieferzeit sich auf 15 Werktage beläuft. Vielleicht könnte die Fähre Mitte Juni wieder fahren. Dennoch ist es ein unbefriedigender Zustand.
Die LKN.SH hat bereits Pläne für die Nachrüstung der „Missunde III“ bis Herbst 2025 genehmigt – Kostenpunkt: knapp 1,3 Millionen Euro. Diese Maßnahmen beinhalten den Einbau von Querstrahlrudern und zusätzlichen Batterien. Was die alte „Missunde II“ betrifft, die ursprünglich als die verlässlichere Option galt, hat die Landesregierung klargestellt, dass der Weiterbetrieb aufgrund hoher technischer Ausfallrisiken und möglicher Änderungen gesetzlicher Grenzwerte verworfen wurde.
Wirtschaftliche Folgen und rechtliche Schritte
Der Fährausfall hat nicht nur Auswirkungen auf die Anwohner, sondern auch auf viele Unternehmen, die wirtschaftliche Schäden erlitten haben. Eine Sammelklage gegen das Land Schleswig-Holstein wird vorbereitet, an der sich sowohl Unternehmen als auch Privatpersonen beteiligen. Das zeigt, wie ernst die Lage ist. Pro Jahr werden rund 120.000 Fahrzeuge und 50.000 Fahrräder über die Verbindung transportiert. Es ist kein Wunder, dass die Menschen hier besorgt sind.
Die „Missunde III“ hat insgesamt 3,9 Millionen Euro gekostet und wurde im Januar 2022 abgeliefert. Bei der Erprobung auf der Schlei traten allerdings schon Probleme auf, insbesondere bei Windstärken über drei Beaufort. Das lässt einen doch etwas zweifeln, oder? Und auch die Tatsache, dass nur Fahrzeuge mit einem Maximalgewicht von 7,5 Tonnen die Fähre nutzen dürfen, zeigt, dass wir hier an einem kritischen Punkt angekommen sind. Ein vorläufiges Fährzeugnis gilt bis Ende August – aber was dann?
Fähren im Wandel der Zeit
Während hier in Schleswig-Holstein die Probleme mit der „Missunde“ anhalten, gibt es auch anderswo Fortschritte. Die Fährschiffe „Deutschland“ und „Schleswig-Holstein“ werden für ihre Umrüstung in Klaipeda vorbereitet, um den CO₂-Ausstoß um bis zu 80 Prozent zu reduzieren. Ein bemerkenswertes Ziel, das zeigt, dass auch die Fährbetriebe auf die Herausforderungen des Klimawandels reagieren. Scandlines plant sogar, bis 2030 komplett direktemissionsfrei zu arbeiten. Das ist ein echter Schritt in die richtige Richtung!
In der Region um die Schlei bleibt es jedoch spannend. Der Kampf um die Rückkehr der „Missunde II“ und die Modernisierung der „Missunde III“ ist noch lange nicht zu Ende. Die Anwohner hoffen auf eine Lösung, die nicht nur die Mobilität, sondern auch die wirtschaftliche Stabilität der Region sichert. Bis dahin bleibt uns nur, die Entwicklungen zu beobachten und auf die Rückkehr der Fähren zu hoffen. Es bleibt also spannend!
