Heute ist der 3.05.2026 und die Sorgen um Internet-Anlagebetrug sind nicht kleiner geworden. In Schleswig-Holstein haben Bürger im letzten Jahr etwa 9,9 Millionen Euro durch betrügerische Internetangebote verloren. Das ist eine erschreckende Summe, die uns alle zum Nachdenken anregen sollte. Die Digitalisierung bringt nicht nur Chancen, sondern auch erhebliche Risiken mit sich, vor allem wenn es um Geldanlagen geht. Die Gefahr, Opfer eines Betrugs zu werden, schwebt über den Köpfen vieler Menschen – und das ist durchaus nachvollziehbar.
Volker Willert, Leiter des Dezernats für Wirtschafts-, Korruptions- und Umweltkriminalität im LKA, hat einige wertvolle Tipps zur Betrugserkennung zusammengestellt. Zum Beispiel ist ein kritischer Blick auf Werbung von Prominenten oder Spitzenpolitikern für spekulative Finanzprodukte unerlässlich. Oftmals handelt es sich dabei um Fälschungen. Das Vier-Augen-Prinzip empfiehlt sich auch hier: Finanzielle Entscheidungen sollten nicht unter Zeitdruck oder im Geheimen getroffen werden. Ein Gespräch mit einer Vertrauensperson oder der Hausbank kann hier Wunder wirken.
Prävention ist der Schlüssel
Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Vorsicht bei der Nutzung von Fernwartungsprogrammen wie AnyDesk oder TeamViewer. Der Zugriff auf den eigenen Rechner durch Unbekannte birgt immense Sicherheitsrisiken. Außerdem rät das LKA dringend dazu, vor einer Überweisung Informationen auf der Website der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) einzuholen. Hier finden sich auch Warnlisten für nicht erlaubte Plattformen, die bei der Entscheidungsfindung helfen können.
Besonders wichtig ist es, skeptisch zu sein, wenn Empfängerkonto und Plattform-Sitz nicht übereinstimmen. Eine deutsche IBAN garantiert keineswegs vollständige Sicherheit, denn Durchleitungskonten können Gelder ins Ausland leiten. Ein Warnsignal sind Forderungen nach weiterem Kapital für angebliche Steuern oder Gebühren – in solchen Fällen sollte man alle Zahlungen sofort einstellen. Bei Verdacht auf Betrug ist schnelles Handeln gefragt: Eine umgehende Anzeige bei der Polizei und die Information der Bank können entscheidend sein. Scham ist hier fehl am Platz, denn die Täter sind oft professionell agierende Banden.
Die Digitalisierung hat unsere Lebensweise revolutioniert, aber sie bringt auch ihre Schattenseiten mit sich. Jeder von uns kann Opfer eines Betrugs werden, das zeigt die aktuelle Lage in Schleswig-Holstein deutlich. Es ist daher unerlässlich, wachsam zu bleiben und sich über die Risiken im Klaren zu sein. Wenn wir diese Tipps beherzigen und uns gegenseitig informieren, können wir uns besser vor den Gefahren des Internets schützen. Schauen Sie regelmäßig auf die BaFin-Seite und reden Sie mit Freunden oder Familie über Ihre Anlageentscheidungen. Ein offenes Ohr kann manchmal der beste Schutz sein.
