Organspende in Schleswig-Holstein: Ein Lichtblick und die Geschichten dahinter
Heute ist der 7.06.2026 und wir blicken auf die aktuelle Situation in Schleswig-Holstein, wo sich die Lage im Bereich der Organspende zwar leicht verbessert hat, aber der Bedarf nach Spenderorganen weiterhin enorm ist. Von Januar bis Mai 2026 wurden in Schleswig-Holstein 51 Organe transplantiert, was einen leichten Anstieg im Vergleich zu den Vorjahren darstellt. Dennoch bleibt der Mangel an Spenderorganen ein drängendes Problem, denn im Jahr 2025 warteten in Deutschland insgesamt 8.199 Menschen auf ein Spenderorgan. Unglaubliche 6.000 von ihnen benötigen dringend eine Niere.
Sina Werner aus Sylt ist eine von ihnen. Sie hat über ein ganzes Jahrzehnt auf eine Niere gewartet – eine Zeit voller Herausforderungen und gesundheitlicher Rückschläge. Ihr Leidensweg begann, als sie mit 29 Jahren an Appetitlosigkeit und Gewichtszunahme litt. Am 24. Dezember 2013 wurde sie mit Nierenversagen ins Hamburger Universitätsklinikum eingeliefert. Bei ihrer Aufnahme waren sogar 30 Liter Flüssigkeit in ihrem Bauch eingelagert! Nach drei Monaten Krankenhausaufenthalt und der Diagnose musste sie jeden zweiten Tag für fünf Stunden zur Dialyse. Während dieser Zeit hat sie tragische Verluste von Bekannten erlebt, die ebenfalls auf ein Spenderorgan warteten.
Sinn und Unsinn der Widerspruchslösung
Die Voraussetzungen für eine Organspende sind hoch. Hirntod, Koma und Beatmung sind erforderlich, damit eine Organentnahme stattfinden kann. Nur 0,1 Prozent der Verstorbenen führen tatsächlich zu einer Organspende. Es ist ein ernstes Thema, das auch politisch behandelt wird. Die Widerspruchslösung, die Angehörige entlasten könnte, wurde 2020 nicht durchgesetzt. Dabei wäre es doch ein sinnvoller Ansatz, mehr Menschen zur Organspende zu bewegen. In Deutschland haben fast die Hälfte der Menschen einen Organspendeausweis oder sind im Organspenderegister eingetragen.
Die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) koordiniert die postmortale Organspende in Deutschland. Eine interdisziplinäre Kommission entscheidet über die Aufnahme von Patienten auf die Warteliste für ein postmortales Organ. Besonders Kinder werden dabei bevorzugt behandelt. Die Vergabe der Organe erfolgt nach einem gewissen Algorithmus, der Dringlichkeit und Erfolgsaussichten berücksichtigt – das ist nur fair. Wussten Sie, dass eine Niere auch zu Lebzeiten gespendet werden kann? Das klappt, weil der Mensch mit nur einer voll funktionsfähigen Niere gut leben kann.
Ein neuer Lebensabschnitt
Für Sina kam schließlich die ersehnte Nachricht über ihre Spenderniere. Das Gefühl, endlich eine Chance auf ein neues Leben zu haben, war überwältigend. Sie beschreibt ihr Gefühlschaos in diesem Moment als unbeschreiblich. Aber die Freude war nicht ohne Herausforderungen. Sina erhält alle zwei Monate eine Infusion zur Erhaltung der Spenderniere, die im Durchschnitt etwa 10 Jahre hält. Trotz dieser medizinischen Begleitung ist sie einfach nur dankbar für die zweite Chance, die ihr gegeben wurde. Im September 2025 heiratete sie Sven Werner, was ihrem Leben noch mehr Freude und Stabilität bringt.
Insgesamt gab es 2025 in Schleswig-Holstein 36 Organspender, was einen leichten Anstieg im Vergleich zu den Vorjahren darstellt. Dennoch starben bundesweit 679 Menschen, weil sie kein Spenderorgan erhielten. Es ist ein trauriger Fakt, der uns alle betrifft. Die Politik plant Maßnahmen zur Erhöhung der Spenderzahlen, doch die Umsetzung bleibt abzuwarten. Währenddessen bleibt die Zahl der Organspender seit Jahren relativ konstant. 2025 spendeten 985 Menschen Organe – die höchste Zahl seit 2012. Ein Lichtblick in einem sonst eher düsteren Kapitel des Gesundheitswesens.
Wir sollten also nicht nur auf die Zahlen schauen, sondern auch die Geschichten dahinter erzählen. Die Menschlichkeit in der Organspende ist entscheidend, und jeder von uns kann einen Unterschied machen. Vielleicht ist es an der Zeit, darüber nachzudenken, wie wir selbst zur Veränderung beitragen können. Die nächste Gelegenheit dazu ist der „Tag der Organspende“ am 6. Juni, der uns alle dazu anregt, über dieses wichtige Thema nachzudenken.
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