Heute ist der 31.05.2026 und wir blicken nach Schleswig-Holstein, wo ein bemerkenswerter Trend unter Jugendlichen zu beobachten ist. In den letzten dreißig Jahren hat sich das Rauchverhalten der 12- bis 17-Jährigen drastisch verändert. Damals rauchte fast jeder dritte Jugendliche, heute sind es nur noch knapp jeder Zehnte. Das klingt ja fast wie ein Grund zum Feiern, oder? Doch gleichzeitig gibt es einen besorgniserregenden Anstieg des Nikotinkonsums durch Vapes, also E-Zigaretten. Diese Information stammt vom Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit und zeigt, dass wir nicht in den Feiermodus umschalten dürfen, denn die Gefahren sind noch lange nicht gebannt.
Um dem entgegenzuwirken, setzt Schleswig-Holstein verstärkt auf Prävention. Ein herausragendes Beispiel ist der Wettbewerb „Be Smart – Don’t Start“, der seit fast 30 Jahren existiert. Über 450 Klassen aus mehr als 280 weiterführenden Schulen nehmen daran teil. Das Ziel? Jugendliche vom Rauchen abhalten! Die Klassen verpflichten sich, ein halbes Jahr rauchfrei zu bleiben. Wöchentliche Kontrollen und monatliche Meldungen sorgen dafür, dass alle am Ball bleiben. Und das Beste: Erfolgreiche Klassen können bis zu 5.000 Euro gewinnen. Man könnte sagen, das ist ein Anreiz, der zieht!
Erfolge und Herausforderungen
Der Wettbewerb hat sich als äußerst erfolgreich erwiesen. Studien zeigen, dass Teilnehmer seltener rauchen als Nicht-Teilnehmer – ein Unterschied von etwa fünf Prozentpunkten, gemessen über einen Beobachtungszeitraum von zwei Jahren. Über 4,5 Millionen Schülerinnen und Schüler wurden seit Programmstart motiviert, auf das Rauchen zu verzichten. Burkhard Blienert, der Beauftragte der Bundesregierung für Sucht- und Drogenfragen, hat den positiven Trend des Nichtrauchens unter Jugendlichen hervorgehoben. Doch trotz dieser Erfolge müssen wir weiterhin wachsam bleiben.
Professor Reiner Hanewinkel, der als einer der Experten gilt, fordert strengere politische Maßnahmen, um den Anstieg der E-Zigaretten-Nutzung zu bekämpfen. Rund 7% der 12- bis 17-Jährigen nutzen Vapes, und das ist ein Anstieg von 3,9 % seit 2016. Diese Zahlen sind alarmierend, da E-Zigaretten als Einstiegsdroge für die Nikotinsucht gelten. Andreas Storm von der DAK-Gesundheit bezeichnet sie sogar als „wichtigste Einstiegsdroge für Kinder und Jugendliche“. Man könnte fast meinen, das Thema sollte ganz oben auf der politischen Agenda stehen!
Aufklärung und Prävention
Um das Bewusstsein über die Risiken zu schärfen, finden auch Kampagnen wie „Nicht rauchen. Tief durchatmen.“ statt, die den Einfluss der Medien auf das Rauchverhalten von Jugendlichen thematisieren. Auch der Schleswig-Holsteinische Landtag arbeitet an einem Gesetzentwurf zur Verbesserung des Nichtraucherschutzes, was ein positiver Schritt ist. Die Landesregierung fördert zusätzliche Präventionsmaßnahmen und plant eine Bundesratsinitiative für ein Rauchverbot im Auto bei Kindern oder Schwangeren. Das ist ein wichtiges Signal!
Doch die Herausforderungen bleiben. E-Zigaretten werden in der Öffentlichkeit oft als weniger schädliche Alternative zum klassischen Rauchen wahrgenommen. Fruchtige Aromastoffe machen sie für Schulkindern besonders verführerisch. Und was ist mit den Einweg-Vapes? Diese umweltschädlichen Produkte sind in vielen Supermärkten erhältlich und haben einen niedrigen Preis, was sie für junge Käufer attraktiv macht. Wir müssen uns fragen, wie wir junge Menschen besser schützen können, ohne sie in ihrer Freiheit einzuschränken.
Die Diskussion um Rauchen und Vapen wird uns noch eine Weile begleiten. Für viele Jugendliche ist es eine Frage der Identität und des sozialen Umfelds. Aber wir wissen, dass Lungenkrebs heilbar ist, wenn er früh behandelt wird, und neue Therapien helfen auch unheilbar Erkrankten. Es bleibt also zu hoffen, dass die Initiativen und Programme in Schleswig-Holstein und darüber hinaus weiterhin Wirkung zeigen und der Trend zum Nichtrauchen unter Jugendlichen anhält. Die Zukunft liegt in unseren Händen – und in den Händen der nächsten Generation.
