In der kleinen Stadt Itzehoe, die in der malerischen Region Steinburg gelegen ist, gibt es bald aufregende Neuigkeiten zu vermelden. Der Nördliche Twietberg, eine Fläche von etwa zwei Hektar, wurde 1999 von den Töchtern des künstlerischen Erbes Wenzel Hablik an den Umweltschutzverband BUND überschrieben. Dieser Ort, der in den 1920er Jahren von der Künstlerfamilie erworben wurde, hat eine Höhe von 52 Metern über dem Meeresspiegel und ist Teil einer Hügelkette, die durch die Eiszeit vor über 100.000 Jahren geformt wurde. Wer hätte gedacht, dass ein Ort, an dem in der Bronzezeit Hügelgräber errichtet wurden, heute wieder in den Fokus rückt? Die Familie Hablik nutzte das Gelände früher für Ausflüge und Betriebsfeiern, und jetzt plant der BUND, den Wald auf natürliche Weise zu entwickeln und ihn für gesellschaftliche sowie kulturelle Zwecke zu öffnen.

Mareike Dittmann-Kasten von der BUND-Kreisgruppe Steinburg hat große Pläne. Sie möchte den Wald nicht nur bekannt machen, sondern auch einen Arbeitskreis gründen, um die Entwicklung zu fördern. Die Idee, den Baumbestand – der überwiegend aus hochgewachsenen Nadelbäumen besteht, die nach dem Zweiten Weltkrieg gepflanzt wurden – sich natürlich entwickeln zu lassen, klingt vielversprechend. Eingriffe sollen vermieden werden, was den Erhalt der Biodiversität unterstützt. Zudem sind Veranstaltungen wie Lesungen und Musik im Sinne der Habliks in Planung. Ein erstes Highlight wird bereits am 29. Mai stattfinden: Eine Vogelstimmenwanderung, die um 19 Uhr am Spielplatz/Jugendtreff Edendorf an der Alten Landstraße beginnt. Wer hätte gedacht, dass man in einem so kleinen Ort so viel erleben kann?

Ein Wald für die Zukunft

Die Waldstrategie 2050 des Bundesministeriums zeigt, dass der Erhalt und die Entwicklung der Wälder in Deutschland nicht nur lokal, sondern auch national von Bedeutung sind. Wälder machen etwa ein Drittel der Landesfläche aus und bieten zahlreiche Ökosystemleistungen. Die Herausforderungen sind jedoch gewaltig: Klimawandel, Biodiversität und die nachhaltige Bewirtschaftung sind nur einige der Themen, die es zu bewältigen gilt. Der Nördliche Twietberg könnte also nicht nur ein Ort der Erholung, sondern auch ein Beispiel für die Umsetzung dieser strategischen Ausrichtung werden. Ein Ort, an dem Natur und Kultur aufeinandertreffen, ist genau das, was die Menschen suchen.

Um den Wald in Zeiten des Klimawandels zu schützen, sind die Unterstützung von Bund und Ländern sowie eine nachhaltige Waldbewirtschaftung unerlässlich. Die Herausforderungen sind groß, aber die Möglichkeiten, die sich hier bieten, sind es auch. Mit der richtigen Unterstützung könnte der Nördliche Twietberg ein Ort werden, an dem sich die Menschen nicht nur erholen, sondern auch etwas über die Natur lernen können.