Heute ist der 21.05.2026 und in Thüringen brodelt es gewaltig, insbesondere in der Stadt Sonneberg. Der Kreistag hat beschlossen, aus dem Regionalverbund Thüringer Wald e.V. auszutreten. In einer nichtöffentlichen Sitzung, die am 29. April 2026 stattfand, stimmte eine Mehrheit für diesen Schritt, und das auf Vorschlag der Verwaltung. Ein Eilentscheid des Landrats folgte, um die Öffentlichkeit über diesen Beschluss zu informieren – ganz im Sinne der Transparenz, die viele Bürger fordern.

Der Bürgermeister von Steinach, Udo Bätz (GfS), ist über diesen Austritt mehr als verwundert. Er sieht den Regionalverbund als essenziell für die Vermarktung des Thüringer Waldes als Urlaubsregion an. Bätz, dessen Stimme in der Diskussion Gehör findet, betont, dass die Informationen zu Wintersportmöglichkeiten und anderen touristischen Angeboten nur über den Regionalverbund bereitgestellt werden. Dies könnte, so seine Sorge, ein „Loch“ im Angebot hinterlassen und damit dem Tourismus schaden.

Die finanziellen Hintergründe

Ein Blick auf die Zahlen zeigt, dass der Kreis Sonneberg 2025 für seine Mitgliedschaft im Regionalverbund 73.873,35 Euro ausgegeben hat. Dazu kommen weitere Ausgaben an den Tourismusverein Coburg.Rennsteig e.V. von rund 63.000 Euro und etwa 11.000 Euro an den Naturpark Thüringer Wald e.V. Letzterer kümmert sich um die Umsetzung touristischer Infrastrukturmaßnahmen, was in Anbetracht der finanziellen Situation der Thüringer Landkreise nicht unerheblich ist. Die kritische Finanzausstattung verringert die Spielräume für freiwillige Aufgaben im Bereich der Tourismusförderung, die laut Thüringer Kommunalordnung nicht verpflichtend sind.

In der Diskussion um den Austritt äußern sich auch andere Bürgermeister. Mark Schwimmer (pl) von Schalkau hat Verständnis für die Beweggründe des Kreises, möchte aber die Zusammenarbeit mit dem Naturpark nicht aufgeben. Uwe Scheler (pl), Bürgermeister von Neuhaus am Rennweg, sieht in der geplanten Umwandlung des Regionalverbunds in eine GmbH Risiken für die Kommunen und kritisiert die fehlende Transparenz. Christian Müller-Deck, Bürgermeister von Lauscha, schließt sich dieser Sichtweise an und bemängelt insbesondere die Intransparenz beim Projekt „Rennsteig 2.0“.

Die Zukunft des Regionalverbunds

Der Regionalverbund plant, engagierte Kommunen wie Steinach weiterhin zu unterstützen, trotz der Unsicherheiten, die durch den Austritt des Kreises Sonneberg entstanden sind. Bätz sieht diesen Schritt als „Supergau“, während die Stadt Sonneberg den Austritt akzeptiert und sich auf die Zusammenarbeit mit dem Naturpark und dem Tourismusverein konzentrieren will. Dabei wird deutlich, dass die Frage der touristischen Vermarktung und Infrastruktur weiterhin eine zentrale Rolle spielt. Die Aufgaben der touristischen Infrastruktur und Vermarktung sollen beim Naturpark Thüringer Wald und dem Tourismusverein Coburg.Rennsteig verbleiben, was die Diskussion über die Effektivität und Effizienz der bisherigen Strukturen neu entfacht.

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Wie es mit dem Regionalverbund weitergeht und ob die beteiligten Kommunen ihre Ziele erreichen können, bleibt abzuwarten. Eines steht jedoch fest: Die Entscheidungen, die jetzt getroffen werden, könnten weitreichende Folgen für die touristische Entwicklung in der Region haben.

Für nähere Informationen über den Austritt und die Hintergründe kann die Quelle hier aufgerufen werden.