Heute ist der 31.05.2026 und wir werfen einen Blick auf die Erfahrungen von Studierenden an der IU, die in Erfurt studieren. Ein Thema, das in letzter Zeit immer wieder aufkommt und die Gemüter erhitzt. Die IU (International University) hat in den letzten Jahren eine beachtliche Studierendenzahl erreicht – von einst wenigen Tausend auf nun 130.000. Das ist eine Verdopplung, die vor allem durch die Versprechen eines flexiblen Studiums angeheizt wurde. Doch wie zufrieden sind die Studierenden wirklich mit ihrer Wahl?
Julia Mund, 23 Jahre alt und Studentin im Bereich Marketingmanagement, äußert sich kritisch: Sie würde sich nicht erneut für die IU entscheiden. Ihre Erfahrungen scheinen eher durchwachsen zu sein. Bryan Günther, 27, der Mediendesign studiert, hat eine gemischte Meinung. Er sieht zwar Fehler, erkennt aber auch die IU als eine gute Alternative. Anna Günzel (24, BWL) und Sascha Roth (26, Bauprojektmanagement) hingegen sind überwiegend zufrieden mit ihrem Studium. Besonders das praxisnahe duale Studium und die kleinen Kurse schätzen sie. Aber auch hier gibt es Stimmen der Kritik: Bianca, 27 Jahre alt (Name geändert), bemängelt die unstrukturierten Abläufe und kann die Hochschule nicht weiterempfehlen.
Organisatorische Hürden und finanzielle Sorgen
Die IU hat in den letzten Jahren viel in Werbung investiert – 2023 waren es rund 77 Millionen Euro, um das Wachstum zu fördern. Werbeanzeigen mit ansprechenden Slogans und Rabattaktionen haben viele Studierende angezogen. Doch der Schein trügt manchmal. Immer wieder berichten Studierende von organisatorischen Problemen, wie verspäteten Stundenplänen und einer hohen Personal-Fluktuation. Die Qualität der Lehre wird als wechselhaft beschrieben; einige Dozenten scheinen nicht auf dem neuesten Stand zu sein oder können das Wissen nicht gut vermitteln. Der Wissenschaftsrat äußerte bereits 2021 Bedenken über das marktorientierte Wachstum der IU und die geringe Forschungsaktivität.
Ein weiteres großes Thema sind die Studiengebühren, die zwischen 10.000 und 20.000 Euro liegen und mit zusätzlichen Semestern steigen. Viele Studierende, darunter auch Bryan und Julia, erhalten keine oder nur geringe Entlohnung von ihren Praxisunternehmen, was die finanzielle Belastung erhöht. Es ist nicht ungewöhnlich, dass sie auf die finanzielle Unterstützung ihrer Eltern angewiesen sind, um das Studium zu stemmen. Das spricht für sich – der Druck, die Ausgaben im Blick zu behalten, ist enorm.
Bewertung des dualen Studiums
Das duale Studium, das praktische Erfahrungen mit theoretischem Wissen kombiniert, hat seine Vorzüge. Anna und Bianca berichten von besseren Erfahrungen in ihren Praxisunternehmen, während Bryan und Julia weniger Glück hatten. Letztere hatten das Gefühl, dass die finanzielle Unterstützung von ihren Partnern nicht ausreichte. Hier zeigt sich ein deutlicher Unterschied in den Erfahrungen der Studierenden. Einige schätzen die Flexibilität des hohen Online-Anteils, während andere den sozialen Kontakt vermissen. Manchmal ist es einfach nicht dasselbe, nur vor dem Bildschirm zu sitzen.
Die IU hat kürzlich die Reakkreditierung für fünf Jahre erhalten, die nächste Bewertung steht für 2027 an. Ob das die Sorgen und Kritikpunkte der Studierenden mindern wird, bleibt abzuwarten. Es wird spannend sein zu beobachten, wie sich die Hochschule in den kommenden Jahren weiterentwickelt und ob sie die berechtigten Anliegen ihrer Studierenden ernst nimmt. Die Stimmen der Studierenden sind vielfältig und spiegeln eine Realität wider, die nicht nur in Erfurt, sondern auch in vielen anderen Bildungseinrichtungen zu beobachten ist.
Ein tieferer Einblick in die Stimmung an der IU zeigt, dass trotz aller Herausforderungen auch Chancen bestehen. Vielleicht ist es die Mischung aus Theorie und Praxis, die die Studierenden letztendlich doch noch begeistert. Wer kann schon sagen, was die Zukunft bringt? Eines ist klar: Die Diskussion um die Qualität von Bildung und die Rahmenbedingungen wird uns weiterhin beschäftigen.
