Die Schmalwasser-Talsperre bei Tambach-Dietharz im Kreis Gotha ist aktuell ein heißes Thema. Mit rund 9,8 Millionen Kubikmetern Wasser, also etwa der Hälfte ihrer Kapazität, sieht die Lage alles andere als rosig aus. Die Trockenheit hat nicht nur die Talsperre betroffen, sondern auch den Fluss Apfelstädt, der nur noch mit einem Minimum an Wasser versorgt werden kann. Dies hat zur Folge, dass der Fluss, der sich über 34 Kilometer erstreckt und in Molsdorf in die Gera mündet, nicht weiter aufgefüllt werden kann. Besonders besorgniserregend ist, dass die Turbinen in Erfurt, die über die Westring-Kaskade mit Wasser aus der Talsperre betrieben werden, seit April stillgelegt sind. Umweltminister Tilo Kummer (BSW) stellt klar, dass die Trinkwasserversorgung der Thüringer oberste Priorität hat. Eine zusätzliche Wasserbereitstellung für die Apfelstädt ist nicht mehr möglich, was die Situation weiter verschärft. Für die Schmalwasser-Talsperre gilt eine Vereinbarung, die eine Auffüllung des Flusses nur bei einer hohen und anhaltenden Zuflusssituation erlaubt. Werfen Sie einen Blick auf die Details in der Quelle.

Diese Situation ist nicht einzigartig. In Thüringen müssen immer mehr Kommunen die Wasserentnahme aus Flüssen und Seen aufgrund der anhaltenden Trockenheit verbieten. Aktuelle Verbote betreffen den Landkreis Saalfeld-Rudolstadt und das Weimarer Land, während im Saale-Orla-Kreis bereits vorherige Maßnahmen ergriffen wurden. Auch im Landkreis Hildburghausen sowie im Saale-Holzland-Kreis gibt es in diesem Jahr ähnliche Regelungen. In Erfurt und Gera bestehen solche Verbote bereits seit mehreren Jahren. Die Gründe sind klar: Es geht darum, irreversible Schäden an den oberirdischen Gewässern zu verhindern. Das Thüringer Landesamt für Umwelt, Bergbau und Naturschutz (TLUBN) berichtet von einem ausgeprägten Niedrigwasser in fast allen Flüssen des Bundeslandes, mit nur einer Ausnahme – dem Altenburger Land.

Die Grundwassersituation

Die Grundwassersituation ist ebenfalls angespannt. An jeder dritten Messstelle sind die Grundwasserstände extrem niedrig. Das bedeutet, dass nur 5% der Werte zwischen 1981 und 2010 niedriger waren. Von 35 Messstellen sind 11 von extrem niedrigen Grundwasserständen betroffen, während 4 sehr niedrige und 3 niedrige Werte aufweisen. Die Trockenheit hat also nicht nur den oberirdischen Gewässern zugesetzt, sondern auch den Grundwasservorräten. In vielen kleinen Fließgewässern könnten die ökologischen Grundfunktionen gefährdet sein. Diese Entwicklungen werfen Fragen auf – wie lange kann diese Trockenheit noch anhalten, bevor ernsthafte ökologische Schäden auftreten?

Es bleibt abzuwarten, wie die Behörden auf diese kritische Lage reagieren werden. Die Hoffnung, dass bald Regen kommt und die Talsperren wieder aufgefüllt werden, bleibt. Bis dahin ist es wichtig, dass die Bevölkerung und die Behörden gemeinsam Lösungen finden, um das kostbare Wasser zu schützen und die Herausforderungen der Trockenheit zu meistern. Ein Umdenken in der Wassernutzung könnte der Schlüssel sein, um die Wasserressourcen nachhaltig zu sichern und zukünftige Engpässe zu vermeiden.