Am 16. Juni 2026 hat das Universitätsklinikum Jena (UKJ) einen besonderen Reanimationsworkshop für Achtklässler des Christlichen Gymnasiums Jena veranstaltet. Ziel dieses Workshops war es, junge Menschen für lebensrettende Sofortmaßnahmen zu sensibilisieren. Die Schülerinnen hatten die Möglichkeit, an 20 Reanimationsphantomen die wichtigsten Schritte der Wiederbelebung unter fachlicher Anleitung zu üben. Diese praxisnahe Erfahrung ist nicht nur lehrreich, sondern könnte im Ernstfall entscheidend sein.

Das UKJ ist als Cardiac Arrest Center (CAC) zertifiziert und hat sich auf die Versorgung von Patienten nach Herz-Kreislauf-Stillstand spezialisiert. Die Bedeutung der Laienreanimation soll durch solche Workshops ins Bewusstsein gerückt werden. Schließlich zählt bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand jede Minute – und Ersthelfer können die Überlebenschancen erheblich erhöhen. In Deutschland erlitten im Jahr 2024 schätzungsweise 136.000 Menschen außerhalb eines Krankenhauses einen plötzlichen Herz-Kreislauf-Stillstand, was im Durchschnitt 370 pro Tag entspricht. Rund 67.000 Patientinnen und Patienten erhielten Wiederbelebungsmaßnahmen durch den Rettungsdienst, was zeigt, wie wichtig jede helfende Hand ist.

Die Realität der Reanimation

Die Daten stammen aus dem Deutschen Reanimationsregister, das von der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin betrieben wird. Analysiert wurden Informationen von 198 Notarzt- und Rettungsdiensten, die eine Versorgungsregion mit etwa 42 Millionen Menschen abdecken. Ein bemerkenswerter Anstieg der Ersthelfenden-Reanimationsquote von 50,7 % (2023) auf 55,4 % (2024) in der Referenzgruppe zeigt, dass immer mehr Menschen bereit sind zu helfen. Diese Entwicklung ist ermutigend, denn der erste Schock durch Ersthelfende geschah in 2 % der Fälle vor Eintreffen des Rettungsdienstes, was für 529 Patientinnen und Patienten entscheidend gewesen sein könnte.

Die telefonische Anleitung zur Reanimation durch Leitstellen stieg ebenfalls an, von 33,0 % (2023) auf 40,4 % (2024) in der Referenzgruppe. Das ist ein wichtiger Schritt, um die Hilfsbereitschaft zu fördern. Der Rettungsdienst trifft in 78,5 % der Fälle in der Referenzgruppe innerhalb von acht Minuten ein, was einen Anstieg im Vergleich zum Vorjahr darstellt. Es ist nicht zu unterschätzen, dass zwei Drittel der Reanimationsfälle Männer betrafen und das Durchschnittsalter der Betroffenen bei 69,9 Jahren lag. Rund 30 % hatten keine oder nur leichte Vorerkrankungen – die Unvorhersehbarkeit solcher Ereignisse macht die Schulung in der Wiederbelebung umso wichtiger.

Initiativen zur Laienreanimation

Doch wie sieht es mit der Ausbildung zur Wiederbelebung an Schulen aus? Ein bundesweiter Wiederbelebungsunterricht ist an deutschen Schulen bisher nicht flächendeckend etabliert. Es gibt jedoch Initiativen auf Bundesland- und Kreisebene, die diesen wichtigen Unterricht einführen möchten. In Baden-Württemberg beispielsweise existiert seit 2015 das Schüler-Laien-Reanimationsangebot „Löwen retten Leben“ in Kooperation mit dem Deutschen Roten Kreuz. Nordrhein-Westfalen fördert seit 2018 Reanimationstrainings für Schülerinnen und Schüler an weiterführenden Schulen. Mehr als 40.000 Schüler aus 249 Schulen wurden in den letzten Jahren in Wiederbelebung trainiert!

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Das Projekt wurde seit 2021 NRW-weit ausgerollt, und 85 Prozent der Schüler fühlten sich sicher in den erlernten Maßnahmen. Initiativen wie das Aktionsbündnis „Wir beleben Deutschland wieder“ haben das Ziel, durch Social Media und den Hashtag #ichrettedeinleben eine breitere Öffentlichkeit zu erreichen und die verpflichtende Einführung von Wiederbelebung im Unterricht ab der siebten Klasse zu fordern. Es ist beeindruckend zu sehen, wie viele Organisationen, darunter der Arbeiter-Samariter-Bund und das Deutsche Rote Kreuz, sich für dieses wichtige Thema einsetzen.

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