Am Mittwoch, den 30. Mai 2026, fand in der Landesmusikakademie in Sondershausen die Kinderschutztagung des Kyffhäuserkreises statt, die sich mit der digitalen Sicherheit für Kinder und Jugendliche auseinandersetzte. Die Veranstaltung war mit rund 180 Teilnehmenden ausgebucht, darunter Vertreter aus Jugendhilfe, Kindertagesstätten, Schulen und sozialen Einrichtungen. Der Austausch über die Herausforderungen im digitalen Kinderschutz stand im Mittelpunkt dieser Tagung. Fachvorträge, Workshops und persönliche Berichte boten eine Plattform, um das Thema umfassend zu beleuchten. Die Kyffhäuser Nachrichten berichteten über das Event und die verschiedenen Perspektiven, die dabei zur Sprache kamen.

Landrätin Antje Hochwind-Schneider unterstrich die immense Bedeutung der digitalen Welt für junge Menschen und warnte vor den gefährlichen Auswirkungen einer exzessiven Mediennutzung. Es sei unerlässlich, Fachkräfte auszubilden, die die digitalen Lebenswelten verstehen und in der Lage sind, die Jugendlichen im Internet zu unterstützen. Staatssekretär Udo Götze erweiterte diese Sichtweise, indem er die Chancen der Digitalisierung für Bildung, Freizeit und Kommunikation hervorhob, aber auch auf gravierende Risiken wie sexualisierte Gewalt und Entwicklungsstörungen hinwies. Die Notwendigkeit gemeinsamer Anstrengungen und starker Netzwerke für einen sicheren Internetraum wurde von ihm eindringlich betont.

Vielfältige Gefahren im digitalen Raum

Ein weiterer wichtiger Beitrag kam von Sinje Steinecke, die ihre Erfahrungen mit sexualisierter Gewalt teilte und die Bedeutung von Unterstützung und Sensibilisierung herausstellte. Bei den Workshops wurden Maßnahmen zur Stärkung und zum Schutz von Kindern und Jugendlichen im digitalen Alltag erörtert. Die Fachvorträge von Diplom-Psychologe Stephan Pitten und Kerstin Kremer thematisierten die Auswirkungen digitaler Medien auf die Entwicklung und die Präventionsansätze bei Cybergrooming. Hierbei wurde klar, dass Kinderschutz im digitalen Alltag eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe ist.

Kinder und Jugendliche wachsen heute in einer vielfältigen Medienlandschaft auf, die viele Chancen, aber auch erhebliche Risiken birgt. Laut der JIM-Studie 2023 besitzen 96% der 12- bis 19-Jährigen ein eigenes Smartphone. Das eröffnet einerseits Möglichkeiten für Kommunikation und Lernen, birgt aber auch Gefahren, wie den Zugang zu kinder- und jugendgefährdenden Inhalten – von gewaltverherrlichenden Spielen bis hin zu pornografischen Videos. Cyberkriminalität, wie Phishing und Datendiebstahl, sind ebenfalls omnipräsent und stellen eine ernsthafte Bedrohung dar. Das BSI bietet daher zahlreiche Informationsmaterialien, darunter die Serie „Zwischen Reels und Regeln“ für Eltern, um über IT-Sicherheit aufzuklären.

Prävention und Aufklärung

In der ersten Episode dieser Serie werden Themen wie E-Mail-Sicherheit und Cyber-Grooming behandelt, während die Videoserie „Cyber-Sicherheit²“ zusätzliche Informationen zur IT-Sicherheit für Kinder und Jugendliche bereitstellt. Außerdem ist es wichtig, Gespräche mit Kindern über Internetgefahren zu führen und Jugendschutzeinstellungen an Smartphones und Tablets vorzunehmen. Auch die Gefahr von Cybermobbing, das über soziale Medien und Messenger-Dienste verbreitet wird, kann nicht ignoriert werden. Hier werden Schutzmaßnahmen und Anlaufstellen für Hilfe bereitgestellt, um den Betroffenen zur Seite zu stehen.

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Die Tagung im Kyffhäuserkreis hat einmal mehr gezeigt, wie wichtig es ist, sich mit diesen Themen auseinanderzusetzen und aufzuklären. Eine gesunde digitale Erziehung kann den Grundstein für eine sichere und verantwortungsvolle Nutzung der Medien legen. Die Herausforderungen sind groß, aber gemeinsam können wir die digitale Welt für unsere Kinder sicherer machen.